Berliner Junge-Union-Chef Burkart fordert Rückzug von Kai Wegner
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Der Berliner Landesvorsitzende der Jungen Union, Harald Burkart, fordert den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zum Verzicht auf eine erneute Spitzenkandidatur bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 auf. Hintergrund sind die jüngsten Enthüllungen über Wegners Kommunikation während des Stromausfalls im Januar und die schlechten Umfragewerte der Berliner CDU.
In einer Stellungnahme, die NIUS vorliegt, erklärt Burkart: „Kai Wegner sollte heute unmissverständlich erklären, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters bei der Wahl am 20. September 2026 antritt. Er sollte die Spitzenkandidatur jemandem überlassen, der in seiner persönlichen Integrität unangreifbar ist.“ Seine Aufforderung begründet der Berliner JU-Chef so: „Die eigentliche Währung der Politik sind nicht Stimmen. Es ist Vertrauen. Und wer diese Währung verspielt, verliert am Ende beides.“

Der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner, am Mittwoch in Berlin
Die vollständige Stellungnahme Burkarts:
„Berlin braucht Klarheit und Erneuerung. Politik lebt vom Vertrauen der Menschen, und wer Verantwortung trägt, muss glaubwürdig sein, nicht nur in der Absicht, sondern auch in der Darstellung des eigenen Handelns. Die aktuelle Umfrage zeigt einen deutlichen Vertrauensverlust: Die CDU liegt bei 17 Prozent und damit nur noch auf dem vierten Platz. Gleichzeitig hat der Umgang mit dem Stromausfall im Südwesten Berlins im Januar gezeigt, wie fragil dieses Vertrauen geworden ist. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat öffentlich erklärt, er habe bereits um 8:08 Uhr mit Krisenstäben telefoniert. Die durch Gerichtsbeschluss offengelegten Informationen seiner eigenen Senatskanzlei zeichnen jedoch ein anderes Bild: Kein dienstliches Telefonat vor 12:45 Uhr, der Austausch lief angeblich über Textnachrichten. Dieser dokumentierte Widerspruch betrifft die Grundlage politischer Führung, nämlich Glaubwürdigkeit.
Die eigentliche Währung der Politik sind nicht Stimmen. Es ist Vertrauen. Und wer diese Währung verspielt, verliert am Ende beides. Durch sein Verhalten in den letzten Monaten hat Kai Wegner die Chancen für viele neue junge Kandidaten für die BVV und das AGH unmöglich gemacht, da sein Vorgehen zu einem für die CDU desaströsen Wahlergebnis führen wird. Die Berliner erwarten von einem Stadtoberhaupt, dass es gelegentlich innehält, eigene Fehler reflektiert und diese nicht vertuscht. Das gilt für den Umgang mit parteiinterner Konkurrenz, dem Parteinachwuchs in der Jungen Union, aber vor allem mit den Wählerinnen und Wählern in Berlin.
Aus meiner Sicht als Landesvorsitzender der Jungen Union Berlin führt dieser Widerspruch zu der politischen Einschätzung, dass das Amt und die Partei Schaden nehmen, wenn diese Lücke nicht mit Klarheit geschlossen wird. Ich weiß, dass viele mir raten würden, zu schweigen. Vielleicht wäre das für mich sogar einfacher. Aber ich bin nicht Vorsitzender der Jungen Union geworden, um in dem Moment zu schweigen, in dem ich überzeugt bin, dass unsere Partei einen Fehler macht und die Funktionsträger innerhalb unserer Partei sich nicht nur in Hinterzimmern äußern sollten.
Gerade in der Zeit, in der viele an der Glaubwürdigkeit der Union zweifeln, ist es wichtig zu zeigen, dass es auch andere Stimmen gibt. Deshalb sage ich aus Verantwortung für Berlin und aus Loyalität zur CDU klar: Kai Wegner sollte heute unmissverständlich erklären, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters bei der Wahl am 20. September 2026 antritt. Er sollte die Spitzenkandidatur jemandem überlassen, der in seiner persönlichen Integrität unangreifbar ist. Das ist keine persönliche Abrechnung, sondern die notwendige Konsequenz, damit unsere Partei wieder glaubwürdig für Erneuerung, Integrität und gute Regierungsführung stehen kann. Ich stehe für eine CDU, die Verlässlichkeit, klare Haltung und echte Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Stadt liefert. Berlin verdient eine Politik mit Verantwortung statt Machtkalkül, und die Junge Union Berlin steht für eine neue Generation, die genau das einfordert und bereit ist, dafür Verantwortung zu übernehmen.“
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