Keine Verschwörungs-Theorie: SPD fordert Hitze-Lockdown
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- Die SPD in Schleswig-Holstein fordert, das öffentliche Leben bei Hitze einzuschränken.
- Kritiker befürchten einen „Hitze-Lockdown“.
- SPD-Politikerin Birte Pauls behauptet, die Maßnahmen seien nötig, um die Bürger zu schützen.
Die SPD in Schleswig-Holstein hat einen Landtagsantrag eingereicht, der bei Temperaturen über 35 Grad nicht nur kostenlose Sonnencreme und Schattenspender, sondern auch Einschränkungen des öffentlichen Lebens vorsieht. Was bedeutet das wirklich?
Die SPD hat neben der Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle für Schleswig-Holstein eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Vorbereitung auf Hitzeereignisse vorgeschlagen. Unter anderem wird die Erstellung von Plänen für den Umgang mit Hitzewellen in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Rettungsdiensten gefordert. Ferner wird angeregt, besondere Unterstützungsmaßnahmen für vulnerable Gruppen wie Senioren und Obdachlose bereitzustellen.
Solche Maßnahmen scheinen gerechtfertigt, wenn man nach dem Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ handelt. In Birte Pauls' Antrag gibt es jedoch eine Passage, die unangenehme Erinnerungen an die Corona-Krise hervorruft, da sie auf massive Eingriffe in die Freiheit der Bürger hindeutet.
„Bei Temperaturen ab 35 Grad soll das öffentliche Leben eingeschränkt werden, so dass große Veranstaltungen und Sportturniere nicht stattfinden“, schreibt Pauls in ihrem Antrag.
Im Klartext bedeutet das: Die SPD wünscht sich einen Hitze-Lockdown.
Womöglich haben die Genossen einfach nur vergessen, dass nicht alle Menschen in Deutschland klimatisierte Paläste und Villen bewohnen. Einige von uns leben in kleinen Wohnungen und freuen sich auf den Sommer, weil wir Volksfeste, Musikfestivals, Sportveranstaltungen und andere Open-Air-Events besuchen möchten. Für die meisten Bürger ist der Sommer nicht bloß eine Jahreszeit, sondern ein Sinnbild für mehr Lebensqualität und Freiheit. Birte Pauls möchte diese Freiheit aber einschränken, sobald das Thermometer über einen bestimmten Wert klettert.
Größenwahn trifft auf Realitätsferne
Jeder weiß, welche Konsequenzen ein solches Veranstaltungsverbot langfristig hätte. Kein Veranstalter wird das Risiko eingehen, ein Sommer-Event zu planen, das bei zu gutem Wetter abgesagt werden könnte. Bisher fielen Open-Air-Veranstaltungen nur bei schlechtem Wetter aus. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es für Unternehmer daher nicht sinnvoll, ein doppeltes Risiko einzugehen. Und was passiert, wenn große Events ausfallen oder überhaupt nicht mehr stattfinden? Existenzgrundlagen werden zerstört und Arbeitsplätze gehen verloren. Und all das nur, weil Politiker glauben, dass wir nicht in der Lage sind, schattige Plätze aufzusuchen oder bei Hitze ausreichend Flüssigkeit zu uns zu nehmen.

Minister Lauterbach
Sollten Sie in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen leben, fragen Sie sich vielleicht, warum es Sie interessieren sollte, was in Schleswig-Holstein passiert. Doch Birte Pauls fordert nicht nur den Bund, sondern auch die Bundesländer und Kommunen auf, Aktionspläne gegen die Hitze zu erstellen. Und der Bundesgesundheitsminister hat seine Tweets bereits entsprechend modifiziert. Statt über „Corona-Tote“ und „Umsetzung von Coronaschutzmaßnahmen“, schreibt er nun über „Hitze-Tote“ und „Umsetzung des Hitzeschutzes“.
Während Karl Lauterbach und Birte Pauls einen neuen Teufel an die Wand malen, bleiben gravierende Probleme ungelöst: Wichtige Medikamente sind nicht lieferbar, viele Arztpraxen sowie Krankenhäuser überlastet, Pflegekräfte im ganzen Land überfordert und unterbezahlt.
Auch sie werden zweifellos begeistert sein, wenn Karl Lauterbach ihnen im Sommer etwas kühle Luft zuwedelt.
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