Klima-Ökonom Prof. Joachim Weimann: „Die deutsche Energiewende ist für niemanden ein Vorbild. Sie ist ein abschreckendes Beispiel“
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- Prof. Joachim Weimann forscht seit rund 30 Jahren in Magdeburg im Bereich der Klimaökonomie.
- Strenge Regeln und gleichzeitig Subventionen für die Energiewende hält Weimann für einen Irrweg.
- Auch der nationale Alleingang Deutschlands in der Klimapolitik sei international kein Beispiel und bringe nichts.
Prof. Joachim Weimann ist ein Mann der direkten Worte: Er hält die deutsche Energiewende für einen Reinfall, der keine Früchte tragen werde. Der Professor für Klimaökonomie an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg sieht die Subventionskultur unter Klima-Minister Robert Habeck sogar als Gefahr. „Die Politik versucht die Bürger gewissermaßen zu bestechen“, sagt der 68-Jährige. Denn wenn man Windparks baue und dafür dann Geld erhalte, kann man es durchaus als Bestechung verstehen.
Dabei haben Betreiber von Windparks nur eines im Sinn: nicht die Umwelt, sondern das Geld. Weimann: „Die Windräder nützen dem Klima nicht, sie nützen unserem Standort nicht, sie nützen unsere Energiesicherheit nicht, sie nützen der Natur schon mal gar nicht und der Ästhetik unserer Landschaften tun sie einen Tort an. Also bitteschön: Wofür brauchen wir Windenergie?“

Prof. Joachim Weimann forscht als Klimaökonom bereits seit 1994 an der Universität Magdeburg.
Dass Weimann für den Regierungskurs keine guten Worte übrig hat, wird schnell klar. „Nationalistisch“ und „vollkommen ignorant im Hinblick auf die Kosten“ werde da etwas auf Bundesebene versucht, was international nicht funktioniert. So werde kein internationaler Partner dem deutschen Alleingang folgen – im Gegenteil: Man schrecke die Menschen ab vom Klimaschutz.

Die zahlreichen Verordnungen über Energiesparen, Häuser, Dämmungen etc. hält Prof. Weimann für unnötig. Der Markt würde bei entsprechender Attraktivität sich automatisch dorthin bewegen.
Ohne Atomenergie wird es nicht gehen
Weimann stellt klar, welch kleinen Anteil aktuell erneuerbare Energien im deutschen Energiebedarf ausmachen. „Wir haben 60 Prozent erneuerbare an guten Tagen, meinetwegen auch im Durchschnitt, aber wir decken nur 20 Prozent des Gesamtbedarfs mit Strom.“ Der Rest ist fossile Energie. Also sei aktuell nur 12 Prozent unserer Energie nachhaltig. „Zu welchen Kosten soll das denn dann auf 100 Prozent der gesamten Energie hochgehen? Das ist doch völlig illusorisch“, konstatiert Weimann. Mit Atomkraft könne man zumindest noch etwas mehr erreichen. „Ja, also wir brauchen die Alternativen in jedem Fall. Wir müssen nur endlich aufhören, die Alternativen, die es gibt, auch noch zu verbieten – unabhängig davon, was wir für wünschenswert und richtig halten.“

Erst kürzlich veröffentlichte Weimann einen Gastbeitrag beim Cicero mit der Überschrift: Klimapolitik der Ampelkoalition – Planlos in die Planwirtschaft
Energiewende wird so teuer, dass wir sie uns nicht leisten können
Weimann beruft sich im Interview mit Ralf Schuler auch auf Modellberechnungen und empirische Beobachtungen. Was passiert eigentlich, wenn Deutschland weniger emittiert? Und die Antwort ist für Weimann klar: „Dann werden die anderen mehr emittieren, wenn ich weniger emittiere. Nicht das, was Frau Neubauer sagt. Genau das beobachten wir.“ Wenn die Schuldenbremse intakt bleibt, dann steuere die Klimapolitik zumindest auf ein Ziel zu, sagt Weimann. „Diese Energiewende wird so unglaublich teuer, bis relativ bald der Punkt erreicht wird, an dem wir das schlicht und ergreifend nicht mehr stemmen können. [...] Die deutsche Energiewende ist für niemanden ein Vorbild. Sie ist ein abschreckendes Beispiel.“
Das ganze Interview mit Prof. Weimann können Sie hier ansehen.
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