Klima-Ökonom Prof. Joachim Weimann: „Rein nationalistisch, vollkommen ignorant im Hinblick auf die Kosten. Unsere Klimapolitik macht kein Mensch nach“
Ein Beitrag von
- Joachim Weimann ist Wirtschaftsprofessor an der Universität Magdeburg.
- Den Alleingang Deutschlands bei der Energiewende hält Weimann für einen Irrweg.
- Er fordert mehr Technologie-Offenheit und eine Rückkehr zur Atomkraft.
Die Energiewende ist zu teuer, konstatiert Prof. Joachim Weimann im Interview bei „Schuler! Fragen, was ist“. „Das macht kein Mensch nach, weil dann müsste er wirklich verrückt sein“, so der 68-Jährige. Bereits seit mehr als 30 Jahren lehrt Weimann Klimaökonomie an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg – und hat als Experte keine guten Worte für die Klimapolitik der Ampel übrig.
„Also es ist kein Zufall, wenn ich durch Frankreich fahre und keine großen Windparks sehe, bin ich nicht nur in der falschen Ecke von Frankreich unterwegs, sondern die machen es einfach nicht“, sagt er über unsere europäischen Nachbarn. Und trotzdem; „Die CO2-Emissionen pro Kopf sind in Frankreich deutlich niedriger als in Deutschland, weil man dort sehr viel Atomkraft hat.“

Die zahlreichen Verordnungen über Energiesparen, Häuser, Dämmungen etc. hält Prof. Weimann für unnötig. Der Markt würde bei entsprechender Attraktivität sich automatisch dorthin bewegen.
Umweltschutz geht nur mit mehr Forschung
Weimann fordert eine größere Technologie-Offenheit in alle Richtungen. „Der Rest der Welt forscht nach guten, sicheren Atomkraftwerken, die keinen Müll produzieren, beziehungsweise mit den abgebrannten Brennstäben, die überall herumliegen, laufen. Wir halten uns da vorne zurück, vor allen Dingen verbieten wir unseren Ingenieuren, darüber weiter nachzudenken, wie man das noch besser machen kann. Das ist eine Katastrophe“, sagt der Professor. Stattdessen laufe man mit Förderungen und Subventionen voll in die Solar- und Windkraft. Doch die würden nur solange gebaut, wie jemand damit Geld verdiene.

Prof. Joachim Weimann forscht als Klimaökonom bereits seit 1994 an der Universität Magdeburg.
Energiewende wird unglaublich teuer
„Diese Energiewende wird so unglaublich teuer, bis relativ bald der Punkt erreicht wird, an dem wir das schlicht und ergreifend nicht mehr stemmen können“, sagt Weimann im Interview über die Subventionspolitik der Ampel, „Und wenn kein Geld mehr da ist, dann greift die normative Kraft des Faktischen, dann geht es einfach nicht mehr. Die ganzen Versuche, jetzt die Schuldenbremse zu schleifen, sind für mich nichts anderes als der Versuch, diesen Punkt, an dem die normative Kraft des Faktischen zu greifen beginnt, weiter hinauszuzögern.“
Deshalb sieht sich Weimann selbst als leidenschaftlichen Verfechter der Schuldenbremse. Man brauche Investitionen – natürlich. Aber sie sollen sinnvoll sein und nicht die Dekarbonisierung von Stahlwerken, die dem Emissionshandel unterlegen. Dort hätte man den gleichen Effekt wie bei Windrädern – „nämlich keinerlei CO2-Einsparung.“ All das seien Investitionen, „die uns kein bisschen voranbringen.“

Erst kürzlich veröffentlichte Weimann einen Gastbeitrag beim Cicero mit der Überschrift: Klimapolitik der Ampelkoalition – Planlos in die Planwirtschaft
Was unter der aktuellen Ampel-Regierung passiere: Der fossile Kapitalstock werde abgerissen – und man möchte ihn ganz schnell nicht-fossil ersetzen. Weimann sieht das als Gefahr für den gesamten Wohlstand des Landes: „Stellen wir uns mal vor, wir machen das wirklich. Werden wir dadurch reicher? Geht es uns dadurch besser? Haben wir mehr Wohlstand? Nein! Wir haben einfach nur einen funktionierenden Kapitalstock durch einen schlechter funktionierenden Kapitalstock sehr teuer ersetzt. Das kostet uns Wohlstand, es kostet uns unseren Sozialstaat.“
Das ganze Interview mit Prof. Weimann können Sie hier ansehen.
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Ralf Schuler
Artikel teilen
Kommentare