Kritik am deutschen Fernsehen: Guttenberg lästert über Lanz – und lobt „Bares für Rares“
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- Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg kritisiert die aktuelle Medienlandschaft.
- Fernsehen ist aus Sicht des Politikers nur noch auf Verächtlichmachung fokussiert.
- Den Erfolg der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ sieht er in der exakten Umsetzung des Gegenteils.
In einem LinkedIn-Post hat Karl-Theodor zu Guttenberg seine Beobachtungen der aktuellen Fernsehlandschaft notiert. Dabei beschreibt der Bayer, wie er sich selbst beim Genießen der Sendung „Bares für Rares“ ertappt. Und er ist kein Einzelfall: Die Sendung bindet ein Millionenpublikum und hat schon mehr als 1600 Episoden.
Die Handlung beschreibt Guttenberg wie folgt: „Menschen aus unterschiedlichen Winkeln unseres Landes tingeln in eine zum Studio umfunktionierte Werkshalle. Sie kommen nicht mit leeren Händen, sondern haben etwas Seltenes oder Kurioses im Gepäck. Erbstücke, Schmuck, manche ein Flohmarktschnäppchen. Diese Exponate werden von Experten geschätzt. Deckt sich die Expertise mit den Preisvorstellungen der Gäste, dürfen diese in einen weiteren Raum, wo sie schließlich auf eine bunte Truppe Händler treffen. Dort wird mehr oder weniger geschickt um den Verbleib des guten Stückes gefeilscht.“
„Moderiert wird das Format von einem fast unanständig fröhlichen Mann mit mächtigem, gezwirbelten Schnurrbart, der seinen Gästen sofort das ,Du' anbietet. Eine verbale Umarmung, der sich weder die habilitierte 90-jährige Regierungsdirektorin i.R. noch der 17-Jährige Auszubildende entwinden kann. So weit, so unspektakulär.“
Eine TV-Sendung ganz ohne Verächtlichmachung
Für den ehemaligen Verteidigungsminister ist die Sendung eine gelungene Abwechslung zum öden Alltagsfernsehen, den er als „aus dem Mittelalter in die Neuzeit gewuchteter Pranger“ empfindet. Anders bei „Bares für Rares“: „Es wird weder skandalisiert noch bloßgestellt. Es fällt kein zynisches Wort. Der Moderator, Horst Lichter, ist ehrlich interessiert am Gegenüber. Er wirkt auf mich wie ein Melancholiker des Alltags. Seine Lebenskurven (geschwungen wie der Schnurrbart) und der Habitus legen es nahe. EIne Antithese zu den Grantlern, Zeigefingerwedlern und Empörten, die uns sonst senderübergreifend auflauern“, schreibt Guttenberg.
Für ihn haben solche Augenblicke mehr Kraft als „die inquisitorische Genugtuung eines Markus Lanz, nachdem er einen seiner aufmerksamkeitssüchtigen Gäste in die Stotterfalle gejagt hat“.
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Philippe Fischer
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