Laut Medienberichten: Einigung zwischen Israel und Hamas über Feuerpause und Geisel-Deal
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Nach Angaben der israelischen Investigativjournalisten Ronen Bergman (New York Times Magazine) und Barak Ravid (Newsportal Axios und CNN) haben Israel und die palästinensische Terrororganisation Hamas im Gazakonflikt eine Übereinkunft über eine Feuerpause und einen Geiselaustausch erzielt.
Ronen Bergman schrieb auf X: „Die Unterhändler Israels und der Hamas haben sich vorläufig auf die Grundzüge eines Waffenstillstands im Gazastreifen geeinigt, müssen aber noch das Startdatum und andere technische Fragen bestätigen. Die Vereinbarung muss noch vom israelischen Kabinett formell ratifiziert werden.“
Diese Information wird auch von den Nachrichtenagenturen Reuters und AP bestätigt. Auf Deutsch berichtete der Spiegel zuerst.
Barak Ravid teilte diesen Post von Donald Trump:
In einer weiteren Mitteilung auf „Truth Social“ sprach er von einem „epischen Abkommen über eine Waffenruhe“. Sein nationales Sicherheitsteam werde auf Grundlage der Vereinbarung weiter eng mit Israel und den US-Verbündeten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass der Gazastreifen niemals wieder zu einem sicheren Hafen für Terroristen werde. „Wir werden uns weiter für Frieden durch Stärke in der gesamten Region einsetzen“, schrieb Trump.
Er machte zugleich deutlich, dass er den angeblichen Durchbruch als seinen Verdienst und als Resultat seines Wahlsieges ansieht: „Wir haben so viel erreicht, ohne dass wir überhaupt im Weißen Haus waren.“

Verwandte und Freunde von Menschen, die von der Hamas getötet oder entführt und nach Gaza gebracht wurden, reagieren auf die Ankündigung eines Waffenstillstands.
Der scheidende US-Präsident Joe Biden betonte hingegen, dass die Einigung auch auf „beharrliche und akribische amerikanische Diplomatie“ zurückzuführen sei. Seine diplomatischen Bemühungen hätten zu keinem Zeitpunkt nachgelassen, teilte Biden mit. Der Deal gehe auf einen Plan zurück, den er bereits im Mai vorgestellt hatte.
Außenministerin Annalena Baerbock mahnte an, die Gelegenheit zu einer Waffenruhe im Gazastreifen nicht verstreichen zu lassen. „In diesen Stunden gibt es Hoffnung, dass die Geiseln endlich freikommen und das Sterben in Gaza ein Ende findet“, schrieb die Grünen-Politikerin auf der Plattform X. Und: „Alle, die Verantwortung tragen, sollten jetzt dafür sorgen, dass diese Chance genutzt wird.“
Das ist bislang bekannt:
- Die Vereinbarung sieht laut Insider zunächst eine sechswöchige Waffenruhe vor.
- Geiseln sollen aus der Gewalt der Hamas freikommen, zunächst 33 Menschen. Die Hamas werde zuerst weibliche Geiseln (Zivilistinnen und Soldatinnen) und Minderjährige unter 19 Jahren freilassen, danach Männer über 50 Jahre.
- Israel soll für jede zivile Geisel 30 palästinensische Gefangene aus israelischer Haft entlassen. Für jede israelische Soldatin, die in der Gewalt der Hamas sei, würden 50 palästinensische Gefangene freikommen.
- Das israelische Militär soll sich schrittweise aus dem Gazastreifen zurückziehen.
- Pro Tag sollen 600 Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gebracht werden. 300 Lkw sind demnach für den Norden der Palästinenserenklave vorgesehen.
- Treibstoff soll in den weitgehend zerstörten Küstenstreifen gebracht werden.
In den vergangenen Tagen gab es Anzeichen für Fortschritte bei den seit Monaten andauernden Verhandlungen. Katar übernahm eine vermittelnde Rolle.
Das Abkommen braucht noch die Zustimmung des israelischen Sicherheitskabinetts und der israelischen Regierung. Israelischen Medien zufolge soll es um 11.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr/MEZ) am Donnerstag zusammentreten, um dem Deal zuzustimmen. Unmittelbar danach soll auch die Regierung zusammenkommen. Außenminister Gideon Saar brach dafür nach Angaben seines Büros seine Europareise ab, um an den Abstimmungen teilzunehmen. Rechtsextreme Koalitionspartner des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu hatten gedroht, sie würden im Falle einer Waffenruhe die Regierung verlassen.
Join me as I deliver remarks on the ceasefire and hostage release deal between Israel and Hamas. https://t.co/FrHGXb8nDi
— President Biden (@POTUS) January 15, 2025
Hintergrund: Auslöser des längsten kriegerischen Konflikts in der Geschichte des Staates Israel war das Massaker der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober 2023 in Israel mit 1.200 Toten und mehr als 250 Verschleppten. Israel reagierte mit Angriffen gegen die Hamas in Gaza, bei denen nach palästinensischen Angaben mehr als 46.700 Menschen getötet und mehr als 110.200 verletzt wurden. Die Opferzahlen, bei denen nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterschieden wird, lassen sich nicht unabhängig überprüfen, wurden von den Vereinten Nationen aber als glaubhaft eingestuft.
Im Rahmen einer einwöchigen Feuerpause im November 2023 hatte die Hamas 105 Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entließ Israel 240 palästinensische Häftlinge aus seinen Gefängnissen.
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