Lindner will Ukraine Taurus-Flugkörper liefern – das wären die Folgen
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In der aktuellen politischen Landschaft Deutschlands hat die Debatte um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine an Intensität gewonnen. Der Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz nimmt zu, insbesondere nachdem der Bundesfinanzminister Christian Lindner seine Sympathie für die Lieferung dieser Waffen geäußert hat.
Die Frage der Taurus-Lieferung ist nicht nur eine militärische, sondern auch eine politische Angelegenheit, die das Verhältnis zwischen Deutschland, der Ukraine und Russland beeinflusst.

Finanzminister der Ukraine Serhij Martschenko (l) und Bundesfinanzminister von Deutschland Christian Lindner (FDP)
Anfang August äußerte sich Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) negativ zur Lieferung von Taurus an die Ukraine: „Die Bedenken liegen auf der Hand“, sagte er und verwies auf die Reichweite des Marschflugkörpers. Viele SPD-Politiker warnten davor, der Ukraine Waffen wie den Taurus mit einer Reichweite von deutlich über 350 Kilometern zu liefern, da sie damit Ziele in Russland angreifen könnte. Dagegen sagte FDP-Verteidigungsexperte Marcus Faber gegenüber BILD: „Es wäre völkerrechtlich zwar sowieso zulässig, wenn die ukrainische Armee zur Abwehr des Aggressors auch militärische Ziele auf dessen Territorium angreift. Deutschland würde auch dann nicht zur Kriegspartei, wenn die Ukrainer mit Taurus militärische Ziele in Russland angreifen.“
Im ZDF-„Sommerinterview“ äußerte sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vorsichtig bezüglich einer potenziellen Waffenabgabe. Der SPD-Politiker betonte, dass die Bundesregierung, wie auch in der Vergangenheit, jede Entscheidung gründlich prüfen werde, um zu bestimmen, was machbar ist, was sinnvoll ist und welcher Beitrag von Deutschland geleistet werden kann.

Scholz geht sehr vorsichtig bei der Zusage einer Tauruslieferung vor
Technische Daten und Preis des Taurus-Flugkörpers
Der Taurus KEPD 350 ist ein Marschflugkörper, der von der deutschen Firma MBDA Deutschland und der schwedischen Firma Saab Bofors Dynamics entwickelt wurde. Er hat eine Reichweite von etwa 500 Kilometern und ist mit einem Triebwerk ausgestattet, das ihm eine Geschwindigkeit von Mach 0,8-0,9 verleiht. Der Flugkörper hat eine Länge von 5,1 Metern, einen Durchmesser von 1,08 Metern und ein Startgewicht von 1.400 Kilo. Seine Hauptbewaffnung ist ein 481 Kilo schwerer Gefechtskopf. Der Stückpreis pro Einheit liegt bei stolzen 950.000 Euro.
Deutschland steht nicht nur militärisch, sondern auch finanziell an der Seite der Ukraine. Seit 2022 hat Deutschland finanzielle Unterstützung von etwa 1,5 Milliarden Euro zugesagt. Darüber hinaus haben Deutschland und einige andere Kreditgeber der Ukraine eine Verlängerung der Schuldentilgung bis 2027 ermöglicht. Dies soll der Ukraine helfen, ihre finanzielle Stabilität zu bewahren und die Funktionen des Staates aufrechtzuerhalten.
Bedeutung der Taurus-Lieferung für die Ukraine
Die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine wäre ein bedeutendes Zeichen der Unterstützung und Solidarität von Deutschland. Diese Waffen könnten die militärische Kapazität der Ukraine erheblich stärken und ihr helfen präventiv wichtige feindliche Ziele zu neutralisieren. Die ukrainische Perspektive, wie sie in einem Artikel der Defense Express dargestellt wird, betont die Wichtigkeit dieser Waffen für die Verteidigung des Landes. Die Taurus-Flugkörper könnten dazu beitragen, feindliche Befestigungen und Infrastruktureinrichtungen zu zerstören.
Der ukrainsiche Außenminister Kuleba drängte auf die Lieferung des besagten Waffensystems und betonte die Notwendigkeit für die Ukraine. Er erklärte gegenüber der Bild am Sonntag: „Die Ukraine braucht es, um mehr Leben ukrainischer Soldaten und Zivilisten zu retten und um die Befreiung ihrer Gebiete zu beschleunigen.“
Er fügte hinzu: „Die Formel ist einfach: Eine größere Reichweite der Raketen bedeutet eine kürzere Dauer des Krieges.“ Mit dem Taurus könne die Ukraine „die russischen Besatzungstruppen auf ukrainischem Boden weit über die Frontlinie hinaus erreichen, ihre Logistik stören und Kommandozentralen und Munitionsdepots zerstören“.

Ein ukrainischer Soldat beobachtet ein Grad-Mehrfachraketenwerfersystem
Russische Perspektive
Aus russischer Sicht, wie sie in der Rossiyskaya Gazeta dargestellt wird, wird die mögliche Lieferung von Taurus-Flugkörpern an die Ukraine als Bedrohung und Provokation angesehen. Russland wirft den Ukrainern vor, die vermutlich bald gelieferten Taurus-Einheiten angeblich gegen zivile russische Ziele einsetzen zu wollen.
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Amir Makatov
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