Linnemann will Agenda 2030: „Deutschland ist der kranke Mann der Welt“
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Steigende Arbeitslosenzahlen, schlechte Konjunktur, hohe Inflation – es läuft gerade etwas falsch in Deutschland. Anders als in den 90er-Jahren, wo Deutschland als „kranker Mann Europas“ galt, sieht CDU-Generalssekretär Carsten Linnemann jetzt sogar ein noch größeres Problem.
„Wir sind nicht nur der kranke Mann Europas, sondern laut Internationalem Währungsfonds der kranke Mann der Welt“, sagte Linnemann der Deutschen Presse-Agentur.
Grund: Die Prognosen des internationalen Währungsfonds (IWF) sind erschreckend. Während alle großen Industrienationen der Welt wachstum vorhergesagt wird, sei Deutschland das einzige Lande, dessen Wirtschaft vorraussichtlich schrumpfen werde! SPD-Kanzler Gerhard Schröder setzte einst die Agenda 2010 um, setzte dafür seine Macht aufs Spiel. Linnemann fordert nun: „Es bringt jetzt nichts, hier und da mal Abschreibungsregeln zu verbessern. Unser Land braucht jetzt ein Gesamtkonzept, eine Agenda 2030.“

Die Inflation in Deutschland liegt bei 6,2 Prozent.
Die Union habe bereits ein Sofortprogramm in Gestalt eines Fünf-Punkte-Planes vorgelegt. „Das reicht aber noch nicht aus. Es braucht ein Gesamtkonzept und das werden wir in den nächsten Wochen vorlegen.“
„Wir brauchen jetzt erstens Liquidität. Das Wachstumschancengesetz, das der Finanzminister auf den Weg bringen will, ist in der Sache in großen Teilen richtig“, sagte Linnemann. Auch müssten die Energiepreise so schnell wie möglich gesenkt werden.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann.
Um das Fachkräfteproblem anzugehen, sollten Hunderttausende Menschen, die demnächst in Rente gingen, anschließend steuerfrei hinzuverdienen können – beispielsweise 2000 Euro monatlich. Linnemann schlug auch vor, ein Experiment zu wagen und den Landkreisen in Deutschland für zwei Jahre zu erlauben, Bürokratie und Überregulierung abzubauen.
„Wir brauchen hier in Deutschland dringend einen Mentalitätswandel“, erläuterte Linnemann. „Es geht uns heute leider wieder so wie in den späten neunziger Jahren, als Roman Herzog dann die ,Ruck-Rede‘ hier unweit des Adenauer-Hauses gehalten hat. Diesen Ruck, diesen Ruck 2.0, den braucht Deutschland jetzt.“
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