Mehr als 100 Millionen Euro Steuergeld: So viel zahlte Deutschland an nur einem einzigen Tag für wertlosen Strom
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Wind und Sonne stellen zwar keine Rechnung – das europäische Ausland und die Netzbetreiber aber sehr wohl.
Weil Deutschland trotz fehlender Speicher-Technologie rasant Solar- und Wind-Energie ausbaut, muss an Sonnen- und Wind-reichen Tagen immer mehr Strom abgegeben werden – zu hohen Kosten.
Am vergangenen Freitag zahlten die deutschen Steuerzahler und Stromverbraucher für den Traum von erneuerbarer Energie eine unglaubliche Summe von insgesamt 146 Millionen Euro! Diese Zahl hat Energie-Blogger Stefan Spiegelsberger von Outdoor-Chiemgau errechnet.
Zum einen, weil 140.437 Megawattstunden an zu viel produziertem Strom ins Ausland verkauft werden mussten, was mit 16,5 Millionen Euro zu Buche schlägt. Für die Erzeugung von Wind und Solar muss der Steuerzahler insgesamt 108 Millionen Euro dazulegen. Darüber hinaus mussten unzählige Redispatch-Maßnahmen durchgeführt werden.

Am Freitag rutschte der Strompreis stark ins Minus.
Die Notfall-Eingriffe kosteten an jenem Freitag insgesamt rund 38 Millionen Euro, weil 137.000 Megawattstunden abgeregelt oder hinzugeschaltet werden mussten. Beispielsweise, erklärt Spiegelsberger, regelte allein Schleswig-Holstein 444 Anlagen ab.
Das Perfide: Einerseits muss Deutschland für die Entsorgung des Stroms zahlen. Zusätzlich kassieren Solar-Produzenten eine Einspeisevergütung, und zwar völlig unabhängig davon, ob ihr Strom überhaupt benötigt oder genutzt wird. Eine doppelte Steuergeld-Verschwendung, die die Finanzierungslücke für angeblich „erneuerbare“ Energieerzeugung immer weiter vergrößert.
Spiegelsberger zu NIUS: „Ich konnte die Zahlen selbst kaum glauben und habe deshalb mal in Habecks EEG-Konto geschaut.“ Dort findet der Energie-Journalist unglaubliche Zahlen: Allein im August verbuchte der Wirtschaftsminister demnach mehr als 2 Milliarden an Minus. Mit 90 Millionen Euro geht das Konto an jenem 27. September ins Minus.
Am Dienstag ab 13 Uhr erklärt Stefan Spiegelsberger seine Berechnungen im Detail auf seinem Youtube-Kanal.
Fast 20 Milliarden Euro an Ausgleich für Wertlos-Strom
Um den ganzen Wertlos-Strom auszugleichen, hatte die Bundesregierung im vergangenen Jahr 10,6 Milliarden Euro an Einspeisungsvergütung für die Netzbetreiber eingeplant. Anfang 2024 wurde dann ein Mehrbedarf von zusätzlich 8,8 Milliarden Euro eingeplant, um das EEG-Konto auszugleichen. Offen ist, ob diese 19,4 Milliarden Euro tatsächlich reichen werden – oder ob noch mehr Wertlos-Strom ein noch größeres Loch in die Staatskasse reißen wird.

Wirtschaftsminister Robert Habeck
Wie bewertet Bundeswirtschaftsminister Habeck die hohe Summe für Negativ-Strom?
Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums teilte auf NIUS-Anfrage mit: „Die Situation negativer Preise wird mit zunehmender Flexibilität im Stromsystem immer seltener entstehen.“ Die Bundesregierung arbeite daran, diese Flexibilität im Stromsystem zu erhöhen. „Flexibilität bedeutet hier, dass der Stromverbrauch, Stromerzeugung, aber auch Speicher und der Netzbetrieb sich schnell auf sich ändernde Situationen einstellen können müssen.“
Spiegelsberger übersetzt, was genau mit „Flexibilität“ gemeint ist. „Für den normalen Arbeitnehmer bedeutet das Folgendes: Der Chef weiß am Vortag, dass der Strom am folgenden Tag um 12 Uhr mittags sehr günstig ist, um 8 Uhr morgens hingegen sehr teuer. Dann wird er sagen: Du arbeitest morgen nicht von 8 bis 16 Uhr, sondern von 10 bis 14 Uhr und dann nochmal von 16 bis 20 Uhr. DAS ist die Flexibilität, die hier gemeint ist.“
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