Meinungsforscher erklärt: Warum der AfD-Zuwachs ein nachhaltiger Trend ist
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- Meinungsforscher Hermann Binkert hält den aktuellen Höhenflug der AfD für nachhaltig.
- Die Partei sei keine reine Frust- und Protest-Partei mehr, so der INSA-Chef.
- Jüngste Zahlen zeigen zudem, dass es immer weniger AfD-Hasser gibt.
Die AfD liegt in Umfragen bei bis zu 20 Prozent – jeder Fünfte Deutsche will die rechte Partei aktuell wählen. Im politischen Berlin wird die hohe Zustimmung häufig als „kurzfristiger Trend“ und Protest-Reaktion auf die Flüchtlingssituation im Land oder den andauernden Streit der Regierung um das Heizungsgesetz gewertet.
Der Meinungsforscher Hermann Binkert sieht gleich drei Anzeichen, warum der starke Zuwachs der AfD nicht allein aktuellen, politischen Frust ausdrückt, sondern nachhaltig sein könnte: „Die AfD erlebt einen positiven Trend in Umfragen und das messen wir nicht nur bei der Sonntagsfrage, sondern auch beim zusätzlich möglichen Potenzial, wo die AfD früher immer bei 4 bis maximal 6 Prozentpunkten lag. Jetzt sind sind es 9 zusätzliche Punkte“, erklärte Binkert im Rahmen der Reportage „Jeder Fünfte! Menschen erklären, warum sie die AfD wählen“ bei „Achtung, Reichelt!“.
Heißt: Vor einem Jahr lagen die Umfragewerte der AfD bei rund 10 Prozent, weitere vier bis fünf Prozentpunkte an Wählern konnten sich vorstellen, die Partei unter Umständen zu wählen, ein Gesamt-Potenzial von rund 15 Prozent – heute liegt die Partei allein mit den Umfragewerten zwischen 18 und 20 Prozent und erreicht ein Gesamt-Potenzial von bis zu 29 Prozent.
Auch AfD-Hasser werden weniger
Doch der Demoskop sieht einen weiteren Aspekt, der für einen nachhaltig positiven Zustimmungstrend-Trend der AfD spricht. Sein Meinungsforschungsinstitut INSA stellt bei jeder Befragung auch die sogenannte „negative Sonntagsfrage“.
Binkert erklärt: „Da fragen wir die Leute, welche Parteien können sie sich überhaupt nicht vorstellen zu wählen? Und da hatte die AfD vor einem Jahr und davor Ergebnisse von 70 Prozent. Und jetzt sind es gut 50 Prozent. Also auch da hat sich was verändert.“
#JederFünfte will #AfD wählen - ich war im ganzen Land unterwegs, um mit Menschen zu sprechen & ihre Gründe zu erfahren. Kritisch, aber ohne Vorverurteilung. Man kann viel lernen, was diese Menschen bewegt, wovon sie enttäuscht sind.
— Julius Böhm (@julius__boehm) June 14, 2023
▶️ Zur Reportage: https://t.co/hZrakh8vof pic.twitter.com/kr0J4v89Cz
Rechte Partei mit Wählerstamm
Hinzu kommt, dass die AfD längst keine reine Frust-Partei für kurzfristige Protest-Wahlen mehr ist, wie Binkert erklärt: „Die AfD hatte früher einen großen Wechsel ihrer Wähler. Also ganz langsam baut sich so eine Art Stammwählerschaft auf, auch für die AfD. Über 90 Prozent der Wähler der AfD von der Bundestagswahl 2021 sagen uns heute, ich würde die Partei wieder wählen.“
Laut INSA-Befragung sind sich bei der AfD derzeit sogar mehr Wähler sicher, wirklich für die Partei zu stimmen (15 Punkte von 19,5 Prozent) als bei der Kanzler-Partei SPD (14 Punkte von 20 Prozent).
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