Merz zu Standing Ovations für US-Außenminister Rubio auf Sicherheitskonferenz : „Ich hätte mich schwergetan, aufzustehen“
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Kanzler Friedrich Merz (CDU) äußert sich kritisch zu den Standing Ovations für US-Außenminister Marco Rubio bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Auf die Frage, welche Erklärung er für die Begeisterung, die es für Rubios Rede gab, habe, sagte Merz im Podcast Machtwechsel: „Ich war nicht im Saal und ich hätte mich, auch wenn ich da gewesen wäre, schwergetan, dann aufzustehen.“
Rubios Rede habe inhaltlich klar die Linie der aktuellen US-Regierung transportiert. „Es ist halt Trump in einer freundlicheren Verpackung“, sagte Merz. Im Ton weniger konfrontativ, „aber es ist halt die Weltsicht der jetzigen amerikanischen Administration.“ Viele Positionen seien für ihn keine Überraschung gewesen: „Freundlich im Ton, aber ziemlich klar in der Sache.“
„Hat eine gewisse Emotion ausgelöst“
Die Begeisterung und Ovationen für die Worte des US-Außenministers erklärt sich der Kanzler nicht inhaltlich, sondern emotional: „Ich glaube, die Community war froh, dass da ein Amerikaner vorne stand, der sie noch als Freunde angesprochen hat. Alleine das hat ja eine gewisse Emotion ausgelöst. Mir hätte es nicht gereicht, aber offensichtlich hat es für den Saal gereicht.“

Merz hielt in München eine Rede, in der er einen „tiefen Graben“ zwischen Deutschland und den USA heraufbeschwor. Die Stimmung zwischen ihm und US-Außenminister Marco Rubio war entsprechend kühl, was auch auf einigen Bildern der Sicherheitskonferenz zu sehen ist.
Im Podcast zeigte sich Merz erneut extrem kritisch gegenüber den USA und US-Präsident Donald Trump, was nach seiner Rede auf der Sicherheitskonferenz bereits für Aufsehen sorgte. Mit dem Begriff „Freunde“, so Merz im Podcast, tue er sich in der Politik ohnehin schwer, in Bezug auf die USA sei das aktuell erst recht so: „Ich gebe zu, ich tue mich damit ein bisschen schwer, weil es natürlich jetzt schon Spannungen in diesem Verhältnis gibt und man merkt, wie sich die amerikanische Politik verändert.“ Er wolle das Verhältnis aber „nicht abschreiben“.
Merz: Kritik im Osten und Westen vermutlich unterschiedlich angekommen
Die Auseinandersetzung mit Washington sei für Europa zentral. „Wie stehen die Europäer und die Amerikaner zueinander? Wie stehen wir Deutsche zu den Amerikanern? Das ist so wichtig, gerade für die Zeit, in der wir heute leben.“
Auf die Frage, wann und warum er entschieden habe, eine derart entzweiende Rede zum Verhältnis zwischen Deutschland und den USA zu halten, sagte Merz, es sei sein Naturell, „wenn solche Themen da sind und solche Elefanten im Raum stehen“, diese auch anzusprechen.
Auf die Frage, ob die deutsche Bevölkerung das von ihm heraufbeschworene schlechte Verhältnis zwischen Deutschland und den USA überhaupt nachvollziehen könne, sagte der Kanzler: „Das wird vermutlich im Osten und im Westen unterschiedlich sein. Die ostdeutsche Bevölkerung hat zu den Amerikanern ja nie dieses traditionelle innige Verhältnis gehabt wie wir im Westen.“
Merz weiter: „Aber auch im Westen hat es an den Amerikanern ja viel Kritik gegeben. Ich kann mich an die Demonstrationen während des Vietnamkrieges erinnern. Die Irakpolitik der Amerikaner ist in Deutschland stark kritisiert worden. Ja, da ist jetzt mehr beschädigt worden als nur in früheren Jahren, mal durch Meinungsverschiedenheiten. Aber so richtig bewegen tut das einen großen Teil der Bevölkerung in Deutschland vermutlich nicht.“
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