Mit Rezo, Xatar und Influencern gegen „Desinformation“: Bundesregierung startet Streaming-Format „Fake Train“
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Der Kampf gegen Desinformation ist selbsterklärte Aufgabe der Ampel-Regierung – und hat seit Freitag ein neues Kapitel: So gab die Bundesregierung auf ihrem Instagram-Account den Start der Anti-Desinformations-Kampagne „Fake Train“ bekannt.

Die Bundesregierung bittet: „Einsteigen, bitte!“
Das Projekt, das in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung beschlossen wurde, beschreibt sich wie folgt: „Einsteigen, bitte! Der FAKE TRAIN fährt planmäßig durch die Weiten des Internets und hält immer dann, wenn Desinformationen uns an der Weiterfahrt hindern.“ Mit dem ersten eigenen Streaming-Format wolle die Bundeszentrale gerade Jugendliche und junge Erwachsene adressieren. Dabei nimmt der Streamer Rezo stets zwei Promis aus den Bereichen Musik, Comedy und Social Media auf eine Fahrt, die thematisch stets an eine Herausforderung durch die Desinformation im Netz geknüpft ist.
Die Folgen seien Ende April auf Gleis 0 des Kölner Hauptbahnhofs im eigens kreierten Zug, dem „Fake Train“ produziert worden. Mit dabei sind neben dem YouTuber Rezo auch der Rapper Xatar oder die Comedian Parshad Esmaeili, die YouTuberin Naomi Jon oder der Influencer Twenty4Tim. Vier Folgen stehen dabei schon auf der eigens eingerichteten Streamingplattform bereit.

Das neue Projekt auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.
Politische Ausgewogenheit?
Fragen sollte sich die Bundesregierung derweil, ob die präsentierten Influencer die intellektuelle Kragenweite haben und nicht politisch zu voreingenommen sind, um wirklich aufzuklären. Der YouTuber Rezo etwa wurde 2019 bekannter, als er in einem 55-minütigen YouTube-Video die „Zerstörung der CDU“ ausrief. In dem Clip kritisierte er, dass die Union zu wenig für den Klimaschutz tue und den Planeten zerstörte. Am Ende des Videos rief Rezo dazu auf, die Grünen oder die Linkspartei zu wählen.

Der Gangsterrapper Xatar.
Der Gangsterrapper Xatar hingegen erlangte zweifelhafte Berühmtheit, weil er 2009 mit drei Komplizen einen Goldtransporter überfiel und im Anschluss nach Moskau und in den Irak floh. Das Gericht verurteile ihn 2011 wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu acht Jahren Haft. Zudem war Giware Hajabi, wie Xatars bürgerlicher Name lautet, an mehreren körperlichen Auseinandersetzungen beteiligt.
Die Comedian Parshad Ismaeli hingegen betätigt sich unter anderem in Sketchen von Jan Böhmermann. Der YouTuber Twenty4Tim war einst im Dschungelcamp – und geriet in Kritik, weil er die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 zu kommerziellen Zwecken ausschlachtete.
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