Mitarbeiter irritiert: Wadephul lässt eigenes Foto in Botschaften aufhängen
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Merkwürdige Post aus dem Auswärtigen Amt: Außenminister Johann Wadephul hat alle deutschen Auslandsvertretungen schriftlich angewiesen, künftig nicht nur das Porträt des Bundespräsidenten, sondern auch ein offizielles Foto von ihm selbst aufzuhängen. Dem internen Schreiben lag sogar ein Ausdruck seines Porträts samt genauer Vorgaben für Größe und Rahmen bei.
Die Anweisung sorgt für hochgezogene Augenbrauen. Nach Informationen von Table.Briefings löste die Order in mehreren Botschaften Irritationen aus – denn in Deutschland ist ein solches Vorgehen vollkommen unüblich. Anders als in einigen EU-Staaten hängen hier traditionell keine Ministerfotos in Botschaften.

Außenminister Johann Wadephul vor wenigen Tagen in Peking, China.
Entsprechend groß ist jetzt das Risiko, dass Wadephuls Schritt als Akt der Eitelkeit gewertet wird. In den Botschaften wird gerätselt, warum ein Außenminister, der sonst eher nüchtern auftritt, ausgerechnet beim Thema Selbstdarstellung jetzt neue Maßstäbe setzen möchte.
Im Auswärtigen Amt wird die neue Foto-Pflicht hingegen verteidigt. Dort verweist man darauf, dass man lediglich Praktiken aufgreife, die im Verteidigungsministerium seit Jahren üblich seien – dort hängt an jedem Standort der Bundeswehr ein Bild des Ministers. Wadephul wolle die Auslandsvertretungen mit dem Aufhängen des Fotos enger an das Ministerium binden. Künftig sollen Botschafter stärker in die Arbeit des Ministers einbezogen werden, auch über symbolische Gesten wie das Porträt.
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