Monika Maron über die Schwäche der Konservativen: „Warum sind immer nur diese hysterischen Linken auf der Straße?“
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Immer wieder begehrt die Schriftstellerin Monika Maron in ihren Büchern auf. In „Flugasche“ beschrieb sie die Umweltzerstörung in der DDR, durfte den Roman nicht veröffentlichen. In der Bundesrepublik eckte sie mit „Munin oder Chaos im Kopf“, weil es um die Veränderung des Landes durch Migration ging. In ihren jetzt erschienenen Tagebüchern „Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig“ scheint dieser Wille zum Selbstdenken immer wieder durch. Im Gespräch bei „Schuler! Fragen, was ist“ wollte ich wissen, woher diese Unabhängigkeit kommt, immer und immer wieder die Mehrheitsmeinungen oder gewünschte Mehrheitsmeinungen zu hinterfragen.
Das ganze Interview mit Monika Maron sehen Sie hier:
Sie sei nie Ideologin gewesen, sondern Empirikerin, sagt Maron. Der Blick in die Welt zeigt die Dinge, wie sie sind, nicht, wie man sie sich wünscht.
Konservative gehen nicht auf die Straße
Dass Kanzler Friedrich Merz (CDU) sich ganz offensichtlich von linken Protestlern auf den Straßen beeindrucken lasse, findet Maron schwierig, sagt sie, lässt aber auch schweigenden Mehrheiten die bequeme Zurückhaltung nicht durchgehen. „Für einen Kanzler geht das nicht. Aber für einen bestimmten Bevölkerungsteil eben auch nicht. Warum sind immer nur diese hysterischen Linken auf der Straße? Fürs Klima oder für sonst was, jetzt gerade gegen die Männer, was ja völlig absurd ist... Aber Konservative gehen nicht auf die Straße, und da bleibt auch die Unterstützung für jemanden wie Merz aus.“
Die Bürgerlichen sind zu ruhig und passiv verzweifelt
Das Wegducken der Bürgerlichen als ein Grund für die Schieflage in Politik und öffentlichem Diskurs? „Wenn es Gegendemonstranten in erheblichem Maße gäbe, könnte er sich ein bisschen auf die stützen. Aber das findet ja nicht statt. Die Bürgerlichen sind so ruhig. Nein, nicht nur zu ruhig, sie sind eigentlich eher passiv verzweifelt, schreiben ins Internet irgendwelche Sachen, aber sie sind nicht sichtbar und nicht hörbar.“

Die Konservativen sind zu ruhig und gehen zu wenig auf die Straße stellt Schriftstellerin Monika Maron im Gespräch mit Ralf Schuler fest.
Auch dass die Liberalen derzeit gänzlich von der politischen Bühne zu verschwinden drohen, sei ein Verlust, sagt Monika Maron. „Dass die FDP sich selbst so ruiniert hat, bedaure ich zutiefst. Ich denke, dass eine liberale Partei in Deutschland wirklich wichtig wäre. Aber die Liberalen, glaube ich, haben da sowieso einen schweren Stand.“
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Ralf Schuler
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