Nach Skandal-Video von Faeser-Behörde: FDP-Politiker fordert „positiven Patriotismus“
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„Sind Poldi, Klinsi und Co. schuld am Rechtsruck in Deutschland?“, lautet die Ausgangsthese eines infamen Videos der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) voller Desinformation, das inzwischen gelöscht worden ist.
„Bestenfalls verstörend, aber eigentlich nur irre“, nennt Philipp Hartewig, der sportpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, das Video der Behörde, die beim Bundesinnenministerium von Nancy Faeser angesiedelt ist. Hartewig weiter zu NIUS: „Es kann nicht dem Auftrag der bpb entsprechen, wenn ohne Fakten über einen Zusammenhang zwischen dem Sommermärchen 2006, Pegida sowie rechten Entwicklungen fabuliert wird.“
Statt solcher Beiträge fordert Hartewig einen positiven Patriotismus im Land: „Fußball ist nicht die Ursache für einen Rechtsruck. Im Gegenteil: So ein Turnier, wie derzeit die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland, muss vielmehr genutzt werden, um die Vorteile eines positiven, zusammenführenden Patriotismus zu zeigen. Menschen mit den unterschiedlichsten Biografien und Wurzeln feiern friedlich zusammen ein Fest.“
Infolge der NIUS-Berichterstattung über das Thema wurde der Beitrag inzwischen gelöscht. Die Bundeszentrale für politische Bildung sprach von einem „Fehler“.
Das Bundesinnenministerium (BMI) wollte mit dem Inhalt nichts zu tun haben, teilte auf Anfrage mit: „Produkte und Bildungsmaßnahmen werden von der bpb entsprechend ihres originären Auftrages eigenständig konzipiert bzw. beauftragt und durchgeführt. Es erfolgt keine Freigabe durch das BMI im Einzelfall. Das BMI war insofern nicht vorab über Einzelheiten des Formats, wie beispielsweise die inhaltliche Ausgestaltung des Kurzvideos informiert.“
Heißt: Der Inhalt kommt allein von der Bundeszentrale für politische Bildung.
Teil von Faesers EM-Begleitprogramm
Bemerkenswert ist jedoch, dass der Beitrag Teil der Reihe „Politik raus aus den Stadien“ war, die wiederum das Bundesinnenministerium im Rahmen des EM-Begleitprogramms „Heimspiel für Europa“ beauftragt hat – in gewisser Hinsicht ist die Reihe also doch politisch beauftragt.

Bundeskanzler Olaf Scholz stellte zusammen mit Innenministerin Faeser und EM-Direktor Philipp Lahm das Begleitprogramm vor.
Ziel der Serie war es ursprünglich, „zur Auseinandersetzung mit dem Thema und Reflexion über die Bedeutung von Nationalismus und Patriotismus im Fußball“ anzuregen. Das teilte die Bundeszentrale für politische Bildung auf Anfrage mit. Und weiter: „Die durch ein Community-Management begleitete Diskussion unter den Nutzern auf Instagram unterstützt im Sinne des Beutelsbacher Konsens eine differenzierte und kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Die bpb-Redaktion stellt hier weiterführende Informationen, Quellen und Hintergründe zur Diskussion bereit.“
Nun wurde die gesamte Serie nach heftiger Kritik offline genommen und soll intern aufgearbeitet werden.
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