NIUS Live: „Söder ist das letzte politische Tier, was noch in der Arena ist“
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Beim politischen Gillamoos, dem traditionellen bayerischen Wiedereinstieg in die Politik nach den Sommerferien, verkündete Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag, offen für die Kanzlerkandidatur zu sein: „Für mich ist der Ministerpräsident das schönste Amt, aber ich würde mich nicht davor drücken, Verantwortung für unser Land zu übernehmen“.
Über die Bedeutung dieses Satzes sprachen am Dienstag Julius Böhm und Ralf Schuler bei NIUS Live. „Er bringt sich hier ins Spiel und macht das mit seiner alten Söder-Methode: Ich winke einfach so lange mit dem Zaunpfahl, bis es irgendjemand sieht“, fasst NIUS-Politikchef Ralf Schuler zusammen. Es gehöre dazu, sich weiterhin im Rennen zu halten, allerdings sei es Söder ohnehin „genetisch nicht gegeben, zu schweigen“.
Böhm hält Söder sogar für den besser geeigneten Kanzlerkandidaten. „Er ist der populärere Typ, er tritt seltener ins Fettnäpfchen als Merz. Das Klügste wäre wahrscheinlich: Söder an die Front und dahinter ein Team, das die nötige Arbeit macht“, so der Reporter bei NIUS Live. Ob das realistisch ist? Eher nicht, denn „Friedrich Merz hat ja auch noch eine Rechnung mit der Geschichte offen“.
„Söder ist ein Instinkt-Politiker“
Es sei jedoch bemerkenswert, wie treffsicher Söder Themen anspreche, die das Volk bewegen. Schuler stimmt zu. „Das ist, glaube ich, eine der Stärken von Markus Söder, das Aufnehmen von Tabu-Punkten in der Stimmung im Land. Es ist das erste Mal, dass ein veritabler Spitzenpolitiker in der Migrationsdebatte nicht nur über Zahlen spricht, er spricht das erste Mal das immer im Raum stehende Thema ‚Veränderung des Stadtbildes, Veränderung der Gesellschaft, Veränderung der Kultur‘ an.“ In Gillamoos sagte er: „In deutschen Vorstädten fühlt sich der ein oder andere gar nicht mehr daheim“.
„Bei Söder weiß man nie, was man hinterher bekommt, aber trotzdem muss man sagen, er ist ein Instinkt-Politiker“, so Schuler. „Er ist aus meiner Sicht das letzte politische Tier, was noch in der Arena ist. Er muss über solche Sachen nicht lange nachdenken.“ Das sei sein Markenzeichen. Und gleichzeitig sorge die Wechselhaftigkeit seines politischen Kurses dafür, dass man nie ganz sicher sein könne, ob die Probleme, die er treffend anspricht, auch gelöst werden.
Die ganze Sendung NIUS Live sehen Sie hier:
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