Nordhessen: Landgrafenschloss wird zur Migranten-Unterkunft
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Im Jahr 1385 erbaute Landgraf Balthasar von Thüringen die eine Burg, die im Laufe der Zeit immer wieder um- und ausgebaut wurde. Die hübschen Renaissance-Giebel und der „Rittersaal“ sind Highlights für Gäste.
Jetzt bekommt das Landgrafenschloss im nordhessischen Eschwege neue Bewohner: Der Werra-Meißner-Kreis hat angekündigt, in dem historischen Gebäude Migranten unterbringen zu wollen. Konkret geht es um den Südflügel mit seinem Fachwerk-Obergeschoss. Der Landkreis will so lange wie möglich verhindern, dass Sport- oder Industriehallen belegt werden, deshalb bereite man nun das Landgrafenschloss als Flüchtlingsunterkunft vor, wie die Hessische Allgemeine berichtet.
In der Mitteilung des Werra-Meißner-Kreises heißt es, dass 30 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Landrätin Nicole Rathgeber wird wie folgt zitiert: „Da die Sanierung des Südflügels des Landgrafenschlosses noch nicht begonnen wurde und geplante Voruntersuchungen zeitlich verschoben werden können, ist es angesichts des Unterbringungsdrucks möglich, hier für eine Übergangszeit bis zum Beginn der Sanierung Geflüchtete provisorisch unterbringen.“

1385 erbaut, jetzt ziehen Flüchtlinge ein: das Landgrafenschloss
Erschöpfte Kapazitäten
Schon seit Wochen und Monaten heißt es von den Städten und Kommunen, dass die Kapazitäten bei der Unterbringung erschöpft seien. Am heutigen Montag geht es bei der Ministerpräsidenten-Konferenz im Kanzleramt unter anderem auch um die Frage, wer die Kosten für die Flüchtlingskrise trägt.
Der Bund will nach Angaben der Länder seinen Anteil von 3,75 auf 1,25 Milliarden Euro reduzieren. Das wollen die Länder nicht hinnehmen. In einem Beschluss hatten sie Mitte Oktober eine Pauschale von 1,25 Milliarden Euro sowie pro Migrant mindestens 10.500 Euro verlangt.
Die Botschaft aus der Lokalpolitik an den Gipfel: Es geht nicht mehr. „Wir brauchen einfach eine Beschränkung der Menschen, die zu uns kommen. Jetzt kommen im Moment zu viele zu schnell“, sagte Eckhard Ruthemeyer (CDU), Präsident des Städte- und Gemeindebundes in NRW, im WDR.
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