Pride Month: Clown-Show für Opportunisten
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Alle feiern gerade den Pride Month: Unternehmen, Zeitungen, Parteien und sogar Bundeskanzler Olaf Scholz lassen sich auf Social Media mit der Regenbogenflagge abbilden, bekunden ihre Solidarität mit den LGBTQs um zu zeigen, wie „divers“ man ist und, dass man sich für die Rechte von Minderheiten einsetzt.
Der Juni ist für mich kein Pride Month, sondern jedes Jahr aufs Neue eine Clown-Show, die an Peinlichkeit nicht zu überbieten ist. Der Pride Month ist kein Pride Month, sondern ein Cringe Month.
Denn für mich und mein soziales Umfeld war es schon immer normal, dass man Menschen, die anders aussehen, lieben oder leben nicht aus der Gesellschaft ausschließt. Dass man unterprivilegierte Minderheiten – egal welcher Couleur – Hilfe und Unterstützung anbietet, und das unabhängig von der Identität. Wie borniert muss also das eigene Weltbild, wie begrenzt das eigene Mindset sein, wenn man diese Selbstverständlichkeit plötzlich wie eine besondere Auszeichnung vor sich herträgt? Wieso sollte ich jemanden dafür feiern, dass er kein Problem mit Schwulen, Lesben und androgyn aussehenden Trans-Menschen hat?
Für mich ist der Pride Month eine peinliche Bauern-Kampagne, die nur dazu dient, das eigene Image aufzupolieren. Denn egal, wie reaktionär die eigene Haltung gegenüber Anderslebenden sein mag – selbst die skrupellosesten Riesen-Konzernen und ignorantesten Politiker können sich im Juni für kurze Zeit einen toleranten Anstrich verpassen, sich als Kämpfer für Diversität und Toleranz feiern – wenn man sich nur mit den richtigen Codes, Farben und Flaggen einer Community ablichten lässt. Einer Community, für die dann aber dennoch so wenig Respekt empfindet, dass man sich nicht einmal dafür interessiert, was in ihr überhaupt gefordert wird – und wer in dieser Bewegung gerade das Sagen hat.
Wenn sich all die Pride-Monther, die gerade auf Instagram stolz mit ihrer Regenbogenfahne herumwedeln, wirklich für die Interessen von sexuellen Minderheiten einsetzen würden, dann würde ihnen vor allem eines auffallen: Dass sich unter der Regenbogenflagge mittlerweile eine Ideologie breit gemacht hat, bei der nicht wenige radikale Extremisten, Frauenhasser, Antisemiten – und manche sogar Pädophile tolerieren.
Da gibt es etwa krude Theorien wie die Critical Race Theorie (deutsch: „Kritische Rasse Theorie“), die Menschen wieder nach Hautfarben und Rassen einteilt und Weiße qua Biologie als Rassisten stigmatisiert.
Es geht weiter mit Cancel-Culture-Aktivisten, die im Netz so lange auf unschuldige Menschen einprügeln, bis ihr Leben, Ruf und wirtschaftliche Existenz zerstört wurde. Oder die irren Forderungen von Trans-Aktivisten, die geschlechtsangleichende OPs und schädliche Pubertätsblocker für 8-jährige Jungen fordern, weil sie lieber Kleider tragen als mit Action-Man zu spielen.
Immer häufiger gehen männliche Trans-Aktivisten auf kritische Frauen los, nehmen ihnen die Schutzräume weg, beschimpfen sie als „TERF“ oder schlagen zu. Unter dem Deckmantel der „Diversität“ zeigt man sich sogar verständnisvoll gegenüber Pädophilen – die man zärtlich als MAP (Minor Attrackted Persons) bezeichnet und – neben BDSM-, Furry- und Windel-Fetischisten – als zu diskriminierende Randgruppe betrachtet, denen man sogar eigene Pride-Fahnen verpasst. Nicht zu vergessen sind die Antisemiten, die jedes Jahr im Namen der Diversität am Berliner Herrmannplatz demonstrieren und dabei die Vernichtung des Staates Israel fordern. Oder die gewaltbereiten Trans-Aktivisten, die Anschläge auf Bundesminister durchführen und auf Twitter zur Gewalt und zur Bewaffnung aufrufen.
Es ist absurd: Während es in Politik und Medien zu Recht permanente Distanzierungen von Rechtsextremisten, AfD-Abgeordneten und Verschwörungstheoretikern hagelt, kümmert sich niemand darum, was für eine schädliche Ideologie mittlerweile hinter der Regenbogenflagge steht.
Wieso nicht? Wieso wagt es niemand, diesen Hype zu kritisieren?
Die Antwort ist einfach: Nur, wenn einem LGBTs komplett egal sind, kann man ignorieren, mit wem man sich gemein macht, wessen Fahne man sich öffentlichkeitswirksam vor den eigenen Zeitungsverlag, den Konzern oder das Ministerium hängt. Im queeren Aktivismus geht es nicht mehr um wahre Haltung, nicht mehr um die Rechte der Ausgeschlossenen. Es geht um die einfache Vermarktung einer besseren Moral, ein Image-Upgrade für Opportunisten, die nur eines im Kopf haben: mehr Follower, mehr Wähler, mehr Umsatz.
Die traurige Wahrheit ist: Die LGBT-Community ist eine Plattform für charakterlose Feiglinge geworden. Und das ist die eigentliche Tragödie.
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Judith Sevinç Basad
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