RKI bescheinigt sich wirksame Corona-Maßnahmen: 5 Gründe, warum diese Studie eine Frechheit ist
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- RKI bescheinigt sich selbst wirksame Corona-Maßnahmen.
- Zahlreiche Daten aus der Studie werfen Fragen auf.
- NIUS erklärt, warum dieser Aufarbeitungsversuch eine Frechheit ist.
Das Robert-Koch-Institut bescheinigt sich selbst, dass die strengen Corona-Maßnahmen in Deutschland „mit einer deutlichen Reduktion der COVID-19-Ausbreitung in Deutschland assoziiert waren.“ Kurz: Was das RKI vorgeschlagen hat, war gut und hat auch gewirkt.
NIUS nennt 5 Gründe, warum diese RKI-Studie weit weg von einer echten Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen, sondern vielmehr eine Frechheit ist:
▶︎ Maßnahmen wirkten angeblich, bevor sie inkraft traten: Das RKI behauptet im Ergebnis der „StopptCOVID-Studie“, dass die Maßnahmen bereits gewirkt hätten, bevor die Maßnahmen überhaupt inkraft traten. Wörtlich heißt es: „Der Effekt der NPI (nicht-pharmazeuthische Interventionen, d.Red.) zeigte sich dabei bereits kurz vor dem Inkrafttreten der jeweiligen Verordnungen.“ Die Menschen hätten ihr Verhalten schon im Vorhinein angepasst.
Das klingt mehr nach Woodo denn nach Wissenschaft. Das Nebeneinanderlegen von Infektionszahlen und dem Inkrafttreten irgendwelcher Maßnahmen belegt noch keine Wirkung. In Ländern mit vielen Novelpreisträgern wird auch nicht mehr Schokolade gegessen, wie der Virologe Hendrik Streeck (mutmaßlich in ironischer Anspielung auf die RKI-Studie) über den Unterschied zwischen Korellation und Kausalität twitterte. Die Behauptung des RKI ist auch nicht plausibel: Kein Mensch, der wegen diskriminierender Maßnahmen wie 3G und 2G nur noch wenige Tage für einen Restaurant-Besuch hatte, wird diesen in vorauseilendem Gehorsam abgeasgt haben – im Gegenteil.
▶︎ Corona-Zahlen steigen TROTZ strenger Maßnahmen: Wer sehen will, wie groß der Einfluss der Corona-Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen war, muss sich den Jahresbeginn von 2021 anschauen. Die Coronakrise befindet sich auf dem Höhepunkt, Anfang des Jahres werden mehr als 1000 Corona-Tote (ob wegen oder mit dem Virus ist unklar) gemeldet.

Anfang 2021 war die Zeit der härtesten Maßnahmen (grüne Linie) – die Infektionszahlen fielen und stiegen jedoch ungeachtet dessen.
Obwohl sich die Maßnahmen (grüne Linie) erst Ende Januar 2021 am Höhepunkt befinden, bricht die Coronawelle (blaue Linie) schon Mitte Dezember 2020 spontan von einer Inzidenz von 500 auf 100 ein – nur, um sich im Februar, mit deutlich strengeren Maßnahmen, mehr als zu verdoppeln und dann Ende April spontan wieder einzubrechen.
Während über mehrere Monate nahezu unverändert auf dem höchsten Niveau der Pandemie waren (und zunächst nur in homöopatischen Mengen geimpft wurde), machten die Infektionswellen scheinbar, was sie wollten – beinahe so, als sei der Effekt strenger Maßnahmen gar nicht so stark wie behauptet.
▶︎ Deutsche Corona-Maßnahmen wirken auch im Ausland: Das bekannteste Beispiel für eine Nation, die nicht auf strenge Coronamaßnahmen sondern auf offene Kommunikation und Eigenverantwortung der Bürger gesetzt hat, ist Schweden. Beim Blick auf die Zahl der Corona-bedingten schweren Erkrankungen, also der härtesten Währung der Pandemie (weil nicht durch Testquote o.ä. zu verfälschen), fällt etwas auf:

Die Zahl der Intensivpatienten entwickelte sich in Schweden (rote Linie) zeitlich sehr ähnlich wie in Deutschland (grüne Linie).
Die Wellen der Corona-bedingten Intensivpatienten verlaufen zeitlich nahezu parallel, obwohl Deutschland immer härtere Regeln und Kontaktbeschränkungen ausgerufen hatte und Schweden nicht. Die Entwicklung war zeitlich dieselbe, wenn Schweden natürlich seit der ersten Welle, bei der in Altenheimen viele Menschen verstarben, in der Folge mit Blick auf Erkrankungsschwere und Tödlichkeit deutlich besser abschnitt als Deutschland. Auch das lässt an der Wirkung von Corona-Maßnahmen zweifeln und deutet mehr auf natürliche Eindämmungs-Effekte wie Saisonalität und Kontaktnetzwerke des Virus hin, die Virologen wie Hendrik Streeck und Klaus Stöhr immer wieder erklärt hatten.
▶︎ Masken waren kontraproduktiv: Das zentrale Element der Corona-Schutzmaßnahmen war die Maskenpflicht an allen möglichen Orten – bis zuletzt und ohne jegliches Infektionsgeschehen noch im Fernverkehr: Nun kommt das RKI aber zu dem Schluss, dass die Maskenpflicht am Arbeitsplatz das Infektionsgeschehen sogar befeuert haben soll.
„Unter den anderen Maßnahmen zeigte nur die erste Eskalationsstufe der Einschränkungen bei Masken und bei den Beschränkungen am Arbeitsplatz einen paradoxen Effekt (der den R-Wert signifikant erhöht)“, heißt es wörtlich im Bericht. Wie kann es sein, dass Masken an einem Ort wirken (sollen) und am anderen Ort das Infektionsgeschehen sogar befördern? Eine schlüssige Erklärung fehlt in der Studie.
▶︎ Zeugnis für sich selbst: Für eine neutrale, daten- und faktenbasierte Aufarbeitung der Coronakrise und der Wirksamkeit der Maßnahmen sollte nicht jenes Institut beauftragt werden, das maßgeblich die Corona-Maßnahmen mit seinen Bewertungen gestützt und unterstützt hat. Das Robert-Koch-Institut ist keine unabhängige, wissenschaftliche Institution. Das RKI ist eine nachgeordnete Behörde des Bundesgesundheitsministeriums, die alle Maßnahmen der Regierung kritikfrei mitgetragen hat – eher zu noch härterem Durchgreifen geraten hatte.
Ein solcher Absender wird nie Autor einer glaubwürdigen Aufarbeitung und nüchternen Bewertung der Corona-Maßnahmen sein können – jedenfalls nicht innerhalb der noch immer tief gespaltenen Gesellschaft.
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