Roger Waters heult bei Auftritt: „Ich bin kein Antisemit“
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- Roger Waters, Mitbegründer der Band „Pink Floyd“, spricht während seines Konzerts in der Frankfurter Festhalle über die Antisemitismus-Anschuldigungen gegen ihn.
- Die emotionale Auseinandersetzung führt zu Tränen, während das Publikum sich über die Kontroverse aufregt.
- Gegen den Musiker waren polizeiliche Ermittlungen wegen eines Auftritts in SS-Uniform eingeleitet worden.
Roger Waters, einer der Gründungsväter von „Pink Floyd“, trat am vergangenen Sonntag in der Frankfurter Festhalle auf. Mitten im Konzert begann er, die jüngsten Anschuldigungen des Antisemitismus gegen ihn zu thematisieren.
Waters brach emotional aus und rief ins Mikrofon: „Wer in den letzten Tagen die Presse verfolgt hat, bekommt den Eindruck ich sei ein Antisemit. Das bin ich NICHT. Ich bin es NICHT! Ich bin es NICHT“. Vor dem vollen Haus flossen bei Waters Tränen, und der Musiker schien für eine kurze Zeit, etwa eine halbe Minute, zu kollabieren. Anschließend wurden ihm Taschentücher gereicht.
Waters antisemitische Konzerte
Doch die Antisemitismus-Vorwürfe kommen nicht von Nirgendwo. In Berlin trat er in einer SS-ähnlichen Uniform und einer roten Armbinde auf, eindeutig eine Anspielung auf die Nazi-Ästhetik. Während seiner Performance zog er Parallelen zwischen dem Tod von Anne Frank und dem Tod von Palästinensern durch Israel, wodurch er Israel mit den Nazis verglich und die Palästinenser mit den Juden während des Holocausts. Eine klare Relativierung des Holocaust.
Der jüdische Schweinballon: Des Weiteren nutzte Waters einen Schweinballon, der das Logo eines israelischen Rüstungskonzerns zeigte und während des Konzerts symbolisch erschossen wurde. Waters‘ Auftritte fanden zudem in historisch belasteten Orten wie der Festhalle Frankfurt statt, die während der Nazi-Zeit für die Deportation von Juden genutzt wurde.
das schwein fliegt! diesmal ohne davidstern. dafür mit dem logo eines israelischen rüstungskonzerns pic.twitter.com/CjDMjtz1bt
— Nicholas Potter (@n1ckism) May 17, 2023
Die Auftritte erzeugten internationale Aufmerksamkeit. Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker stufte sie als antisemitisch und als Relativierung des Holocaust ein. Sogar der offizielle Account von Israel auf Twitter äußerte Kritik an Waters. Israel warf ihm vor, das Andenken an Anne Frank und die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden entweiht zu haben.
Nach dem Tränenausbruch ging’s weiter…
Auf dem Monitor der Festhalle in Frankfurt wurden Verschwörungstheorien, die auf Twitter gepostet wurden, angezeigt. Eine davon behauptete, dass der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten der juristische Arm christlicher Nationalisten sei. Allerdings trat Waters dieses Mal nicht in einer Nazi-Uniform auf.
Berüchtigtes fliegendes Schwein: Trotz der Vorwürfe ließ Waters wieder sein bekanntes aufblasbares Schwein durch die Halle schweben. Während einer Show in Berlin im Jahr 2011 war das Schwein mit einem Davidstern versehen. Bei der aktuellen Veranstaltung war es unter anderem mit dem Logo des israelischen Rüstungsunternehmens „Elbit Systems“ bedruckt. Waters, der nur 30 Minuten zuvor beteuert hatte, kein Antisemit zu sein, trug während der Aktion ein Palästinenser-Tuch.
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