RTL fälscht Petry-Tweet: „Ich soll vernichtet werden“
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Fake-Skandal bei RTL!
Deutschlands größter Privatsender hat in seiner Sendung „Explosiv Weekend“ einen Tweet der Ex-AfD-Chefin Frauke Petry eingeblendet. Das Problem: Den Tweet gab es nie und lässt die konservative Politikerin als Rassistin dastehen. RTL gibt zu: Der Tweet wurde vom Sender nachgebaut. Dem Zuschauer aber wird vorgegaukelt, es handele sich um ein Original – wogegen sich Petry heftig im Gespräch mit NIUS wehrt: „Es geht einzig und allein darum, meinen persönlichen Ruf zu zerstören. Mich als Menschen zu vernichten.“

Ex-AfD-Chefin Petry
Das ist passiert: RTL-Reporter Maurice Gajda interviewt den deutsch-vietnamesischen Künstler „Trong“ und liest ihm folgendes, angebliches Petry-Zitat vor: „Ich glaube kein normaler Deutscher will einen rosa gefärbte Asiaten beim ESC sehen.“ Dabei klopft er Trong auf die Schulter und sagt, der Tweet sei mittlerweile gelöscht. Ein Freund von Trong sagt in Richtung Petry: „Mir fallen sehr viele Beleidigungen ihr gegenüber ein, die ich jetzt nicht nennen werde.“
Das ist wirklich passiert: Petry twitterte während des ESC-Vorausscheids ausdrücklich über die Band „Lord of the Lost“: „Kann mir nicht vorstellen, dass normale Bürger von diesen pinken Herren ,vertreten‘ werden wollen …“ Die Wortwahl: Deutlich anders, der Adressat ein ganz anderer. RTL gibt auf NIUS-Anfrage den Fake zu: „Unser Reporter hat den Tweet im März gesehen und wortgetreu notiert. Er verbürgt sich dafür. Der Tweet wurde anschließend von Frauke Petry gelöscht, was wir im Beitrag auch erwähnt haben. Die grafische Umsetzung im Design des Twitter-Profils von Frauke Petry verstößt allerdings gegen unsere journalistischen Guidelines. Dafür entschuldigen wir uns.“
Bemerkenswert: Für die grafische Umsetzung wird sich entschuldigt. Für das Verbreiten eines nie gefallenen Zitates jedoch nicht. Im Gegenteil: RTL behauptet WEITERHIN, es habe das Zitat gegeben!
Das denkt Petry über den RTL-Fake: Die Ex-AfD-Chefin erklärt NIUS am Telefon: „Ich war im Urlaub auf dem Campingplatz, als sich ein Freund meldete und fragte: Ich hab da was bei RTL gesehen – das hast du doch nicht gemacht, oder? Habe ich natürlich nicht …“

Original und Fälschung...
Sie sei aber nicht mehr schockiert: „Es ist einer von vielen versuchen, missliebige Personen öffentlich zu diffamieren. Die Sendung sehen viele Menschen, die Richtigstellung kriegt kaum einer mit: Ein bisschen Dreck bleibt immer hängen. Leider.“ So werde jede Debatte vergiftet. „Es geht einzig und allein darum, meinen persönlichen Ruf zu zerstören. Mich als Menschen zu vernichten.“
Hier finden Sie die Szene:
Petry will sich juristisch gegen den Fake-Skandal wären. Zum Reporter, der sich für die Wortwahl des Tweets verbürgt, sagt sie: „Das sagt viel über seinen journalistischen Anspruch und über seine Erinnerungsleistung aus …“
Die Sendung, die am 5. August ausgestrahlt wurde, ist in der Mediathek von RTL nicht mehr zu finden. Der Künstler „Trong“ wirbt auf seinen sozialen Kanälen weiter für den Beitrag.
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Janina Lionello
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