Russischer General deutet „Wagner“-Angriff auf Ostflanke der Nato an
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Ein russischer General hat im Staatsfernsehen verkündet, dass die „Wagner“-Verbände bereitstünden, um im Ernstfall gegen Polen in die Schlacht zu ziehen. „Es ist klar, dass Wagner nicht nach Weißrussland gereist ist, um die belarussischen Streitkräfte auszubilden“, sagte Generaloberst in Reserve und Abgeordneter Andrei Kartapolow in der TV-Abendsendung des Staatsfernsehens Rossija-1.
Weiter sagte er: „Es gibt so etwas wie den Suwałki-Korridor. Sie wissen sehr gut, was das ist. Sollte etwas passieren, brauchen wir diesen Suwałki-Korridor sehr“, betonte Kartapolow. „Ich spreche (....) davon, dass eine Einsatztruppe bereit ist, diesen kleinen Korridor innerhalb weniger Stunden einzunehmen.“

Ein Ausbilder der Söldnerarmee Wagner spricht zu belarussischen Soldate
Demnach sei der sogenannte „Suwałki-Korridor“ im Grenzgebiet zwischen Polen und Litauen das mögliches Ziel eines russischen Angriffs. Östlich davon liegt Belarus, westlich die russische Exklave Kaliningrad. Mit einem Angriff könnten die baltischen Staaten vom Rest der Nato getrennt werden. Bei Kartapolow handelt es sich um einen Generaloberst in Reserve und einer der Stellvertreter des russischen Verteidigungsministers Sergei Schoigu. Noch im Mai war er auf einer OVKS-Konferenz in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Kartapolow hat immer wieder mit Sicherheitsfragen Russlands im Rahmen des Bündnisses zu tun. Bei der OVKS, der Organisation des Vertrags über Kollektive Sicherheit, handelt es sich Militärbündnis mehrerer früherer Mitgliedsstaaten der Sowjetunion.
Erst vor kurzem hatten die Staatspräsidenten von Litauen, Polen und Lettland in einem gemeinsamen Schreiben an die Nato ihre Besorgnis über die Entwicklungen im benachbarten Belarus zum Ausdruck gebracht. Hintergrund sind die Stationierung russischer taktischer Atomwaffen sowie die mögliche Unterbringung von Kämpfern der Wagner-Truppe in dem von Präsident Alexander Lukaschenko autokratisch regierten Land.

Soldaten nehmen nahe der Weichsel an der NATO-Militärübung Defender Europe 2022 teil.
Bereits am 8. Juli hatte Nato-Mitgliedstaat Polen mit der Verlegung von mehr als 1.000 zusätzlichen Soldaten und fast 200 Militärfahrzeugen in seine östliche Grenzregion zu Belarus begonnen. Mit der „Operation Podlachien” wolle man seine Bereitschaft demonstrieren, auf „Destabilisierungsversuche” an den Grenzen zu reagieren. Die historische Landschaft Podlachien stößt im Osten an die mit Russland verbündete Ex-Sowjetrepublik.
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