Teures Fine-Dining statt Currywurst: Drei-Sterne-Koch verwöhnt Bundespräsident und Kanzler
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In einem historischen Bruch mit der Tradition der Hausmannskost hat der Drei-Sterne-Koch Christian Bau am Donnerstagabend die höchsten Amtsträger der Bundesrepublik verköstigt. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, lud die saarländische Ministerpräsidentin, Anke Rehlinger, zum Vorabend des Tags der Deutschen Einheit den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und die Ministerpräsidenten der Länder zu einem Menü höchsten Niveaus ein: Es war das erste Mal, dass ein Koch mit drei Michelin-Sternen die Politiker bewirtete – und die Reaktionen fielen überschwänglich aus.
„Phantastisch“, soll Klöckner laut FAZ geschwärmt haben, während Rehlinger das Menü als „sensationell“ lobte. Steinmeier, der höchste Repräsentant des Staates, zeigte sich ebenfalls hellauf begeistert. Tosender Applaus und Bravorufe begleiteten den Abschluss im Refektorium des Villeroy-&-Boch-Hauptquartiers in Mettlach, wo 38 Gäste leere Teller und glückliche Gesichter hinterließen.

Bestens angerichtete Teller – und garantiert leibliches Wohl.

Essensteller als moderne Kunstwerke – auch in Perl.

Als Gastgeberin wollte Rehlinger das Saarland von der besten Seite zeigen – auch kulinarisch.
Rehlinger, die das traditionelle „Familienessen“ der Verfassungsorgane ausrichtete, wählte Bau bewusst als Statement gegen die politische Vorliebe für Currywurst und Fast Food. Der 54-jährige Meister aus Perl an der Mosel, dessen Restaurant „Victor’s Fine Dining“ seit 20 Jahren mit der Höchstbewertung des Michelin-Guide ausgezeichnet ist, fusioniert dabei japanische und französische Elemente mit regionalen Zutaten wie saarländischem Bio-Ochsen und Saibling aus Losheim. Auf dem Menü standen Kreationen wie grüner Apfel mit Räucheraal und Gänseleber, eine Pilz-Tartelette mit Soja sowie Lamm mit Anchovis, schwarzem Knoblauch und pergamentdünnen Zucchini-Scheiben. Das Dessert: ein Bonsai-inspirierter Schokoladen-Garten mit Tahiti-Vanille-Eis.
Hohe Kulinarik als saarländische Lebensart
„Das Saarland ist eine Hochburg der Kulinarik, das Genießen gehört zu unserer Lebensart, und ‚Hauptsach’, gudd gess‘ ist unser Savoir-vivre“, begründete Rehlinger ihre Entscheidung. Die hohe Dichte an Sternerestaurants im Land sei Teil der saarländischen Identität, und Baus Zusage sei eine große Ehre gewesen. Der Koch, unter strenger Bewachung durch Hunderte Polizisten, Scharfschützen und Spürhunde, leitete in einer improvisierten Küche ein Team von Dutzenden – mit einer Präzision, die an parlamentarische Debatten erinnerte.

Feinster Kaviar als Vorspeise.

Vor versammelter Politikergruppe hielt der Koch Bau dann eine Rede.
Während Gäste wie Merz und Steinmeier Selfies mit Feuerwehr-Nachwuchs machten, blieb der bayerische Ministerpräsident Markus Söder dem Event fern. In Zeiten, da Politiker oft mit volkstümlichen Speisen posieren, markiert das Dinner einen Wendepunkt: die Spitzenküche im Rampenlicht der Macht.
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