Sie feiern gemeinsam, sie trauern gemeinsam: Was für Pläne schmieden Habeck & Günther?!
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Sie sind das Dreamteam Küste: Bei Ministerpräsidentenkonferenzen stehen Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (59, CDU) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (54, Grüne) vertraulich beisammen, das Ohr des Vizekanzlers dem Regierungschef ganz entspannt zugeneigt.

Robert Habeck und Daniel Günther im Juni 2022 bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Kanzleramt.
Ausgelassen lachend sieht man sie am Rande des Bundesrats, Günther, geboren in Kiel, die Hand freundschaftlich auf dem Arm des Bundesministers, der in Lübeck das Licht der Welt erblickte. Ghetto-Faust beim feierlichen Empfang für den Baubeginn eines Flüssiggas-Terminals in Brunsbüttel, in Warnweste und Helm beim gemeinsamen Ortstermin in Wilhelmshaven oder hemdsärmelig jubelnd beim Handballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich.
Was läuft da zwischen dem schwarzen Landesvater und dem grünen Minister?
Politisch trennt Daniel Günther (studierte Politikwissenschaften), den sie bei der CSU in Bayern wegen seiner „linken Flügelschläge“ in der Union „Genosse Günther“ nennen, und den studierten Philosophen und Kinderbuchautor Robert Habeck vor allem ihre Parteizugehörigkeit.
Inhaltlich sind sich die beiden näher als viele sonst in der Politik. Habeck sieht grüne Politik als bürgerliche und pragmatische Politik, was Außenstehende freilich mitunter anders beurteilen mögen, ist aber ausdrücklich ein Verfechter schwarz-grüner Bündnisse. Letzteres teilt Günther und wechselte nach der letzten Landtagswahl zu Schwarz-Grün, obwohl auch eine Koalition mit der FDP möglich gewesen wäre.

Robert Habeck und Daniel Günther bei einer Sitzung des schleswig-holsteinischen Parlaments im Jahr 2017.
Die beiden Männer kennen sich aus langen Jahren der gemeinsamen politischen Arbeit im Kieler Landtag, waren beide Fraktionschefs ihrer Parteien und saßen einige Zeit zwischen 2017 und 2018 sogar gemeinsam am Kabinettstisch der Landesregierung. Günther wie Habeck geben sich betont unkompliziert, volksnah und unkonventionell und verbergen dahinter ein durchaus entwickeltes Machtbewusstsein. Politische Flexibilität und zweckdienliches Überschreiten von Lagergrenzen inklusive. So regte Günther etwa schon sehr früh an, die Union solle in den neuen Ländern über mögliche Kooperationen mit der Linkspartei nachdenken, wenn wegen der „Brandmauer“ zur AfD andere Optionen nicht zur Verfügung stünden.
Eines freilich unterscheidet die beiden Politiker: Habeck wird als nächster Kanzler- oder zumindest Spitzenkandidat der Grünen im kommenden Bundestagswahlkampf gehandelt. Günther traut sich den Posten zwar zu, hat derzeit zumindest aber keine Mehrheiten in der Union dafür hinter sich.
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