Sie hängen in Pakistan fest: Baerbock will tausende Afghanen nach Deutschland holen
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Rund 11.500 Afghanen warten auf die Einreise nach Deutschland. Ihnen wurde die Aufnahme in Deutschland versprochen. Das Auswärtige Amt bemüht sich darum, sie so schnell wie möglich ins Land zu holen.
Nach Angaben der Bundesregierung warten aktuell rund 11.500 Afghanen, denen die Bundesrepublik ein Visum versprochen hat, auf die Ausreise nach Deutschland. Rund 3.000 von ihnen sollen sich in Pakistan befinden. Das Land hatte kürzlich angekündigt, alle Afghanen ohne Papiere abzuschieben.
Nun hat die Bundesregierung eine Liste nach Pakistan übersandt, um die Einreise zahlreicher Personen nach Deutschland sicherzustellen: „Zu den Schutzmaßnahmen zählt die Übermittlung einer Liste der sich in Pakistan aufhaltenden und in Deutschland aufzunehmenden Personen an das pakistanische Außenministerium“, teilte die Bundesregierung auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Clara Bünger mit. Mit dieser Liste könnten die pakistanischen Behörden prüfen, ob eine Person zur Ausreise nach Deutschland berechtigt sei.
Seit Jahren holen deutsche Behörden tausende Ortskräfte ins Land
2021 zogen die NATO-Truppen aus Afghanistan ab und die Taliban übernahmen die Macht. Seitdem haben deutsche Behörden tausende sogenannte Ortskräfte mit Visa ausgestattet und aus Afghanistan nach Deutschland geholt. Im Jahr 2021 waren es laut Angaben der Bundesregierung 1.427 sogenannte Ortskräfte, die zugleich 5.795 Familienangehörige mitbringen konnten.
Ein Jahr später waren es bereits 2.196 Ortskräfte, die mit 11.115 Familienangehörigen ins Land kamen. In diesem Jahr holte die Bundesregierung bislang (Stand: 7.November) nur 125 Ortskräfte nach Deutschland, die 507 Angehörige mit sich brachten. Seit 2021 kamen damit 21.165 Ortskräfte und ihre Angehörigen nach Deutschland.

Menschen warten in Afghanistan auf ihre Evakuierung.
Dazu holte die Bundesregierung ebenfalls 14.204 „gefährdete afghanische Staatsangehörige“ auf der Grundlage des Aufenthaltsgesetzes sowie im Rahmen des Bundesaufnahmeprogramms für Afghanistan nach Deutschland. Über EU-Umsiedlungsprogramme („Relocation“ und „Resettlement“) erhielten 1.269 Personen ein Visum.
Insgesamt 36.638 Personen kamen damit abseits des Asylsystems aus Afghanistan nach Deutschland. Denn für diese Personengruppen ist die Stellung eines Asylantrags eine freiwillige Option. Lobbygruppen wie „Pro Asyl“ warnen die Ankommenden, keinen Asylantrag zu stellen, „da dies zum Erlöschen des Visums führen würde“.
Mindestens 150.000 Afghanen kamen nach Deutschland
Somit erhöht sich die Zahl der einreisenden Afghanen durch die Erstanträge weiter. Seit 2021 beantragten mindestens 112.037 Afghanen einen Asylantrag. Von Januar bis Oktober 2023 stellten 43.958 Afghanen einen Asylantrag. Ein Jahr zuvor waren es 36.358 Erstanträge von afghanischen Staatsbürgern. 2021 stellten 31.721 Afghanen einen Asylantrag.
In Summe sind damit seit 2021 fast 150.000 Afghanen nach Deutschland gekommenen.
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