Sommer-Pressekonferenz: Wetten, dass Olaf Scholz wieder keine einzige Frage beantwortet?
Ein Beitrag von
- Die Regeln der Pressekonferenz erlauben nur eine Nachfrage. Dann ist das Thema weg.
- Geübte Ausweich-Redner wie Scholz biegen die Antwort in jede gewünschte Richtung.
- Scholz ist ein Meister des Ignorierens von Fragen bis zum „Arroganz-Anfall“.
Es ist eine „Grillparty“ der frustrierenden Art: Zweimal im Jahr kommt der amtierende Bundeskanzler traditionell in die Bundespressekonferenz und lässt sich zum Jahresauftakt oder zum Beginn der Sommerpause von der Hauptstadtpresse befragen. Doch wer sich ein Dauerfeuer der Fragen und einen Regierungschef in peinlicher Bedrängnis erwartet wird regelmäßig von lächelnden Teflon-Kanzlern enttäuscht.
Schon Kanzlerin a.D. Angela Merkel (68, CDU) wusste die Sommer- und Winterpressekonferenzen (wie im übrigen auch die Kanzler-Befragungen im Bundestag) regelmäßig zum großen Schaulaufen für Ihre Zwecke zu nutzen. Der Trick ist einfach und steckt in den Spielregeln: Jeder Reporter hat eine Frage und kann allenfalls eine Nachfrage stellen.
Wenn Bundeskanzler Olaf Scholz (65, SPD) am Freitag vor die Hauptstadtpresse tritt, wird es nach dem gleichen Schema laufen: kurze Ansprache des Gastes mit Selbstlob und Würdigung der eigenen Erfolge, dann die Fragen. Ganz gleich, ob Entscheidungsfragen, die man mit Ja oder Nein beantworten müsste, oder harte Fragen zu kritischen Themen. Wie Merkel, wird Scholz die erste Antwort zum allgemeinen Erwägungen und mehr oder weniger raffinierten Ausweichmanövern nutzen. Kommt es zur Nachfrage, so kann er gänzlich ungeniert das erzählen, was er möchte, weil das Thema danach abgehakt ist
Denn Journalisten sprechen sich nicht ab, haben jeder eine eigene Agenda oder Wünsche der Redaktion für ein spezielles Thema im Gepäck. Scholz kann sich darauf verlassen, dass nach hartnäckigem Ausweichen seinerseits, der nächste Fragesteller nicht nachhaken, sondern sein eigenes Thema zur Sprache bringen wird.
Meister der Ignorierens

Ein Meister des Ignorierens: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).
Und noch etwas kommt hinzu: Scholz ist Weltmeister in Ignorieren von Fragen und drauflosreden, was ihm passt, um mit ernster Miene dem Fragesteller seine Machtlosigkeit vorzuführen. Verschwiegenheit und Dichthalten sind für Scholz regelrecht sportliche Disziplinen. Nichts ärgert ihn mehr, als wenn Dinge unkontrolliert aus internen Runden nach draußen dringen.
Zuweilen schlagen Scholz-Auftritte auch offen in regelrechte Arroganz-Anfälle um, wenn etwa beim G7-Gipfel 2022 im Oberbayerischen Elmau eine Reporterin bittet, ob er einen Sachverhalt erläutern könnte. „Ja“, kam es trocken und mit verhaltend prustendem Schlumpfgrinsen zurück. „Könnte ich.“ Ein triumphierender Blick in die Runde.
Hinzu kommen lang erlernte Untugenden des wortreichen Schweigens, wie die ausweichende Einleitung: „Lassen Sie mich zunächst…“, um dann auf einen ganz anderen Pfad abzubiegen. Auch überdurchschnittlich lange Antworten helfen dem Befragten, weil stets fest Zeiten (meist anderthalb Stunden) für die Presse vorgesehen sind. Je länger man spricht, desto weniger Fragen bekommen eine Chance.
Wirklich eingespielte Teams wie etwa Angela Merkel und ihr langjähriger Sprecher Steffen Seibert (63, CDU) verständigten sich mit Blicken, wenn sie keine Lust mehr hatte. Dann kam unmittelbar von Seibert: „Haben Sie vielen Dank“, und die Pressekonferenz war beendet. Da heute die Bundespressekonferenz der Gastgeber ist und den Moderator stellt, wird es zumindest diesen einfachen Ausweg nicht geben.
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Ralf Schuler
Artikel teilen
Kommentare