SPD-Landrat Kerth erklärt, warum er aus der SPD austritt: „Tiefpunkt der demokratischen Kultur“
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Stefan Kerth ist 50 Jahre alt und seit dem Studium überzeugter Sozialdemokrat. Er hat für die SPD das Rathaus von Barth (Mecklenburg-Vorpommern) erobert, war dort elf Jahre lang Bürgermeister und ist seit 2018 Landrat von Vorpommern-Rügen. Aber Stefan Kerth versteht seine Partei nicht mehr – und ist ausgetreten! Bei „Schuler, Fragen was ist!“ erklärt Kerth seine Gründe.
Die Kurzfassung geht so: Die Asylpolitik der SPD? An der Realität im Land vorbei! Allein die Tatsache, dass es keine Debatte mehr über den Sinn und Unsinn von Migration gibt, lässt ihn verzweifeln: „Mehr Zuwanderung, ja oder nein? Ich finde tatsächlich, wir müssen diese Frage diskutieren.“ Die Sozialpolitik der SPD? An der Realität im Land vorbei! „Das Bürgergeld ist gesinnungspolitisch gut gemeint. Sozial gerecht ist es nicht. Viele Menschen ziehen sich nun vom Arbeitsmarkt zurück. Die steigenden Soziallasten verteilen sich auf immer weniger Schultern.“ Kerth sagt, dass die Menschen spüren, wie wenig sich ehrliche Arbeit noch lohnt.

Kerth ist seit 2018 Landrat im Kreis Vorpommern-Rügen.
Kerth geht auch mit der Grundstimmung im Land hart ins Gericht. Deutschland befinde sich „in Wirklichkeit seit einigen Jahren auf einem Tiefpunkt der demokratischen Kultur und damit auch der Diskussionskultur“. Menschen hätten Angst, ihre Kritik an der Migrationspolitik zu artikulieren – das erinnert Kerth, der im Osten geboren ist und beim Mauerfall 16 Jahre alt war, an die DDR.
Es mache sich eine gefährliche Form der Selbstzufriedenheit und Selbstgefälligkeit breit. „Ich glaube, das hat auch ein bisschen was mit dem Wohlstand zu tun, den fleißige Menschen in diesem Land erarbeitet haben. Dass wir in der Gesellschaft einfach ein Stück weit Selbstverständnis entwickelt haben, dass uns fast nichts antasten kann, dass wir immer Herr der Lage bleiben.“ Die Menschen hätten das Gefühl, ein „Dauer-Abo auf Wohlstand und Frieden“ zu haben. Er habe da aber seine Zweifel …
Das ganze Gespräch finden Sie hier:
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Ralf Schuler
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