SPD schießt offen gegen den Kanzler: Zerreißt die „Stadtbild“-Debatte die Koalition?
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Die schwarz-rote Koalition steht vor dem Zerreißen, der Machtverlust des Kanzlers ist längst offensichtlich. Was sich seit Wochen und Tagen abspielt, zeigt: Es ist nicht Friedrich Merz, der Deutschland regiert – es ist die SPD. Auch die Stimmung in der Bevölkerung droht endgültig, zu kippen.
Auslöser der jüngsten Eskalation war Merz’ Bemerkung über das migrantisch geprägte Stadtbild – und sie entwickelt sich mehr und mehr zur Regierungskrise. SPD-Chef Lars Klingbeil attackierte den Kanzler öffentlich, warf ihm „Spaltung“ vor und stellte sich demonstrativ an die Spitze der Kritiker. Am Freitag folgte SPD-Vizefraktionschefin Wiebke Esdar, die sich sogar bei einer Demonstration in Bielefeld in die erste Reihe einer Demo gegen den eigenen Regierungschef stellte. Ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik.
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SPD-Vizefraktionschefin Wiebke Esdar zeigte sich am Freitag auf einer Anti-Merz-Demo in Bielefeld – und das ganz vorn.
Offene Kampfansage
Am Samstag legte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dirk Wiese nach. In einem Interview warf er dem Kanzler vor, er habe Migranten „ausgegrenzt und verletzt“. Die SPD-Fraktion verbreitete das Zitat über ihren offiziellen X-Account – mit Merz’ Gesicht daneben. Eine offene Kampfansage an den Koalitionspartner.
Während die SPD also Schlag um Schlag gegen den eigenen Kanzler führt, bemüht sich Merz um Schadensbegrenzung, wechselt zwischen Rechtfertigung und Relativierung. Statt Führungsstärke zu zeigen, wirkt er getrieben – von der SPD, die längst die Tonlage und Richtung der Regierung bestimmt.

Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) treibt den Bundeskanzler vor sich her.
Verheerende Umfrage-Ergebnisse für Merz und die CDU
Laut INSA-Umfrage glauben inzwischen 49 Prozent der Deutschen, dass die Regierung vorzeitig zerbrechen wird. Nur 32 Prozent trauen dem Bündnis zu, bis 2029 zu halten. 66 Prozent sind unzufrieden mit der Arbeit der aktuellen Regierung. Und selbst die Stadtbild-Äußerung, die zwar für Debatten sorgt, vielen Unionwählern aber auch gefallen haben dürfte, zeigt nur Negativ-Wirkung: 33 Prozent der Befragten glauben, dass sie der CDU schadet, nur 21 Prozent sehen einen Vorteil.

Anti-Merz-Demo in Bremen am Wochenende
Die SPD nutzt nun jede Gelegenheit, um den Kanzler öffentlich zu demütigen – wohlwissend, dass er auf den Koalitionsfrieden angewiesen ist. Der einst selbstbewusste Machtpolitiker Merz, der im Wahlkampf noch versprach, „Führung zu zeigen“, lässt sich mittlerweile von der kleineren Koalitionspartnerin fast täglich vorführen.
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