Empörung über AfD-Beitrag bei Srebrenica-Gedenken: Linke Parteien kehren Redner den Rücken zu
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Bei der Gedenkstunde des Bundestags zum 30. Jahrestag des Massakers von Srebrenica hat AfD-Abgeordneter Martin Sichert mit einer Rede für Empörung gesorgt. Während des Beitrags wurde er von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) ermahnt – Abgeordnete mehrerer Fraktionen kehrten dem Redner den Rücken zu.
Sichert hatte zunächst betont, dass Mord an Zivilisten „immer zu verurteilen“ sei – unabhängig von der Täterseite. Im Fall Srebrenica hätten „bosnische Bosnier und bosnische Serben“, also einstige Nachbarn, einander massakriert. Daraus leitete er eine grundsätzliche Warnung vor einem „Multikulti-Wahn“ ab, wie er ihn heute in Deutschland sehe.
Hier sehen Sie die vollständige 5-minütige Rede:
„Was im Großen im Jugoslawienkrieg zu sehen ist, kann man im Kleinen heutzutage auf nahezu jedem Schulhof in Deutschland erleben. Aus Srebrenica und dem Jugoslawienkrieg müssen wir lernen, dass jede Gesellschaft eine starke und klare Leitkultur braucht, die von jedem eingefordert wird.“ Deutschland sei aber „in einem Multikulti-Wahn gefangen. Dabei ist Multikulti nur ein nettes Wort für gesellschaftliche Spaltung, die letztlich in Massakern endet.“
Von Jugoslawien nach Deutschland
Auf fast jedem deutschen Schulhof, fuhr der Politiker fort, könne man mittlerweile beobachten, was sich einst in Jugoslawien auf nationaler Ebene abgespielt habe. Als aktuelle Beispiele nennt er darüber hinaus Gewalt in Schwimmbädern, Aufrufe zum Kalifat auf deutschen Straßen, eine aus seiner Sicht gezielte Bedrohung der „ethnisch deutschen Bevölkerung“ durch „Terroranschläge, Messerattacken“ und einen „Geburten-Dschihad“.
Sichert zog eine direkte Linie vom Massaker in Srebrenica zu kulturellen Praktiken wie Genitalverstümmelung oder Zwangsehen in bestimmten Migrantenmilieus – und forderte ein Ende des Multikulturalismus. Nur so ließen sich Spaltung und Gewalt verhindern.
Während Sichert sprach, wandten sich Abgeordnete von SPD und Linke demonstrativ ab und kehrten ihm den Rücken zu. Im Parlamentssaal machte sich immer wieder großer Unmut breit, sodass Sichert sich unterbrechen musste.

Bundestagspolitiker der Linken (rechts vom Gang) und SPD (links vom Gang) äußern ihre Empörung, indem sie sich umdrehen.

Die Fraktion der Linkspartei drehte sich fast geschlossen um.
In sozialen Netzwerken entbrannte eine Diskussion darüber, ob die Rede eine legitime Mahnung oder eine geschmacklose Instrumentalisierung des Gedenkens darstelle.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) warf Sichert vor, nicht zum eigentlichen Thema – Srebenica – gesprochen zu haben.
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