Stadtwerke München-Chef warnt: Viele E-Autos und Wärmepumpen machen Stromrationierung nötig!
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- Stadtwerke-München-Chef kündigt Stromrationierungen an.
- Zu viele E-Autos und Wärmepumpen könnten Stromnetz überlasten.
- Energie-Experte: „Unsere Stromnetze sind für die Energiewende nicht gerüstet.“
Die vielen Elektroautos und Wärmepumpen, die in Deutschland in den kommenden Jahren dazukommen, werden die Stromnetze überlasten, warnt der Chef der Stadtwerke München, dem größten städtischen Energeiversorger Deutschlands, Florian Bieberbach: „Unsere Stromnetze sind für die Energiewende nicht gerüstet.“
Und er kündigt Stromrationierungen an, „um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten“, wie er im Interview mit der Zeit sagt: „Vorübergehend können wir uns mit dem leider viel zu emotional diskutierten Reduzieren von Leistungen behelfen.“
In den kommeden Jahren sollen in Deutschland Millionen Menschen zusätzlich mit Strom statt mit Öl oder Gas heizen und mit Strom von A nach B kommen – dass der Bedarf nach Strom also steigen wird, ist kein Geheimnis. Die Stromnetze sind aber für gleich zwei Dinge nicht ausgelegt: Hohe Stromnachfrage, etwa an kalten Wintertagen, wenn viele Haushalte mit Strom heizen und ihr E-Auto laden wollen – und für die Verteilung der dezentralen Stromversorgung durch Wind und Sonne, wodurch 2022 Kosten in Höhe von 4,2 Milliarden Euro entstanden sind.

Bieberbach kündigt zwar die Rationierung von Strom an, sagt aber auch, man müsse deshalb nicht in Panik verfallen: „Die E-Autos und auch die Wärmepumpen sind ja nicht über Nacht alle am Netz, sondern schrittweise. Die Netzbetreiber müssen jetzt nachziehen.“ Dennoch rechnet er mit Drosselungen der Stromversorgung: „Zu Tageszeiten, in denen eine Netzüberlastung droht, könnten die Energieversorger künftig die steuerbaren Leistungen drosseln. Dann kann ein E-Auto beispielsweise anstatt mit 22 Kilowatt nur mit fünf Kilowatt laden. Dadurch dauert der Ladevorgang eben etwas länger.“
Klar sei aber, dass lokale Stromnetze überfordert werden könnten, wenn in einem Wohngebiet „plötzlich alle ein Elektroauto haben und dann alle gleichzeitig laden“, so der Stadtwerke-Chef. Er gehe aber davon aus, dass das eher selten passiere und Kunden dies wohl kaum bemerkten. Und begründet den Schritt: „Und wir tun das schließlich, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten.“
Energiekreise noch nicht überwunden
Bieberbach glaubt zudem, dass die Energiekrise noch längst nicht überwunden ist: „Die Lage ist immer noch angespannt. Es kommt immer noch viel zu wenig Gas in Deutschland an. Wenn der nächste Winter kalt wird, werden wir noch mal in eine Krise rutschen. Deshalb ist es richtig, jetzt so viele LNG-Terminals wie möglich ans Gasnetz anzuschließen.“
Die deutsche Öffentlichkeit sei zu entspannt geworden beim Thema Gasversorgung, er befürchtet dies könne ins Gegenteil umschlagen: „Aber jetzt besteht die Gefahr, dass die Menschen die Energiekrise nicht mehr so ernst nehmen, weil es eben einmal gut gegangen ist. Ich sehe ein erhebliches Risiko einer Gasknappheit.“
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