Stern verhöhnt toten Polizisten Rouven L.: „Bauarbeiter leben gefährlicher als Polizisten“
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Der junge Polizist Rouven L. ist tot – brutal erstochen von einem Islamisten. Der Stern warnt in einem Meinungsbeitrag nun davor, dass mit dem tödlichen Terror-Attentat Politik gemacht würde – und verhöhnt dabei den toten Polizisten und die Hunderttausenden Beamten, die tagtäglich ihr Leben für die Sicherheit im Land riskieren.
„Dass Polizisten im Dienst ums Leben kommen, ist bedauerlich. Jeder tote Polizist ist einer zu viel. Aber es passiert zum Glück selten“, schreibt die Autorin. Dann der Hammersatz: „Bauarbeiter leben gefährlicher.“
Heißt: Obwohl Rouven L. noch nicht einmal beigesetzt worden ist, obwohl sich seine Familie, Freunde und Kollegen noch nicht von ihm verabschieden, geschweige denn vom Schock erholen konnte, sollen bereits Denkverbote und unsäglich themenfremden Vergleichen („Whataboutism“) ausgesprochen werden.

Die Trauer um Rouven L. ist riesig.
Die Botschaft: Ein Einzelfall. Nicht über Islamismus spekulieren. Im Prinzip ist alles in Ordnung.
Die Autorin führt dann auf, dass Rouven L. gerade einmal der 406. getötete Polizist seit dem Jahr 1945. „Weit über 90 Prozent der Polizeieinsätze in Deutschland verlaufen ohne körperliche und verbale Gewalt“, schreibt sie – na herzlichen Glückwunsch. Und weiter: „Der Polizeiberuf gehört auch nicht zu den gefährlichsten Berufen. In Deutschland stirbt statistisch gesehen fast jeden fünften Tag ein Bauarbeiter.“
Was in Statistiken durchaus nachzulesen ist, verkennt einen gewaltigen Unterschied: Bauarbeiter sterben durch Unfälle und Missgeschicke, Polizisten sind den Staat repräsentierende Menschen, die von anderen Menschen angegriffen, verletzt oder schlimmstenfalls getötet werden. Das eine ist Ausdruck menschlicher Fehler oder mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen, das andere Ausdruck von Hass und Abneigung auf den Staat und seine Vertreter.

Mit dieser Überschrift wurde der Text zunächst veröffentlicht – inzwischen ist der erste Teil der Überschrift geändert.
Es könnte auch ein Einzeltäter sein
Was die Stern-Autorin auch nicht will: den islamistischen Täter Islamisten nennen. „War der Täter womöglich psychisch krank?“, fragt die Autorin. Auch bei anderen Attentaten, etwa als ein Somalier „Allahu Akbar“ rufend durch Würzburg lief und drei Frauen abstach und neun weitere Menschen verletzte, sei schließlich eine psychische Störung für die Tat verantwortlich gemacht worden. Warum also bei Sulaiman A. vorschnelle Schlüsse ziehen, nachdem er einen Islam-Kritiker mit einem Messer niedermetzeln wollte, sich laut mehreren Medienberichten in den vergangenen Jahren durch einen ISIS-Ableger radikalisiert hat und selbst Bundesinnenministerin Nancy Faeser von „islamistischem Terror“ spricht?
Im Stern-Text heißt es: „Sollte der 25-jährige Afghane geplant haben, den Islam-Kritiker Michael Stürzenberger und womöglich auch andere Menschen zu töten, ist das unter Umständen die Tat eines Einzeltäters und noch lange kein Terroranschlag.“
Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann kritisiert den Text heftig: „Liebe Stern-Redaktion, habt ihr jetzt jeglichen Kompass verloren. Ernsthaft – geht’s noch ?!?“, schrieb er bei X.
Inzwischen hat der Stern zumindest die Überschrift geändert. Dort steht nun nicht mehr „Bauarbeiter leben gefährlicher als Polizisten - mit dem Tod des Beamten wird Politik gemacht“. Nun steht nur noch der zweite Teil („Mit dem Tod des Beamten wird Politik gemacht“) da – ohne jedoch, die Korrektur im Text kenntlich zu machen.
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