Nach Anschlag auf Berlins Stromnetz: Bürgermeister Wegner war mit Lebensgefährtin beim Tennis
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Kai Wegner hat gelogen! Der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) war am vergangenen Samstag nicht dauerhaft mit dem Krisenmanagement nach dem Brandanschlag auf das Stromnetz beschäftigt – sondern spielte stattdessen mit seiner Lebensgefährtin Tennis.
Dabei beteuerte er am Wochenende, rund 30 Stunden nach dem Stromausfall, noch seine aufrichtige Arbeit im Krisenstab:
Im Wortlaut sagte Kai Wegner: „Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren. Weil ich glaube, das hilft den Menschen noch mehr.“ „Sie waren also daheim in Kladow?“, fragt ein Reporter. Wegner: „Ja, absolut. Ich war zu Hause, habe mich in meinem Büro zu Hause eingeschlossen – im wahrsten Sinne –, und habe dann koordiniert“, antwortet Wegner.

Kai Wegner und Katharina Günther-Wünsch beim Ball der Wirtschaft im Februar 2025.
Drei Tage später kommt heraus: Der Regierende Bürgermeister hat gelogen!
Nach Informationen des rbb spielte Wegner am Mittag Tennis in einer Anlage an der Berliner Stadtgrenze! Die Senatskanzlei bestätigte die Information auf rbb-Nachfrage. Wegner habe zwischen 13 und 14 Uhr Tennis gespielt, sei aber stets erreichbar gewesen. Wie der Focus berichtet, war seine Lebensgefährtin, die Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, mit ihm beim Tennisspielen.

Der Berliner JU-Chef Harald Burkart
Der Chef der Jungen Union Berlin, Harald Burkart, flüchtet sich in Ironie und sagte gegenüber NIUS: „Der Regierende Bürgermeister hat die Krise halt sportlich genommen. Immerhin hatte ER noch Energie. Wahrscheinlich dachte er sich: Der Stromausfall ist sicher ärgerlich – aber ein verpatzter Matchball wäre wirklich nicht zu verantworten gewesen. Aber vielleicht tun wir ihm auch unrecht. Wegner ist ja für seine Multitasking-Fähigkeiten bekannt. Womöglich war er beim Tennisspielen die ganze Zeit am Handy und hat die Krise gemanagt, während er sich gleichzeitig fit gehalten hat. Das wäre doch echte Führungsstärke! Aber im Ernst: Während Berlin im Ausnahmezustand war, stand der Regierende Bürgermeister auf dem Tennisplatz. Gleichzeitig erklärte er öffentlich, er habe im Homeoffice gesessen und ‚nicht die Füße hochgelegt‘. Herr Wegner hat offenbar die Bevölkerung angelogen, den Ernst der Lage völlig verkannt und den Bezirk Zehlendorf hängenlassen. Das ist kein Führungsstil, das ist Realitätsverweigerung.“

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Manuel Ostermann
Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Manuel Ostermann, schrieb auf X: „In einer Notlage ‚zum Kopf-frei-kriegen‘ Tennis zu spielen und später sich damit rühmen, man sei ‚erreichbar‘ gewesen und habe ‚sofort danach‘ weitergearbeitet, ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen in Not. Hätten Rettungsdienste, Krankenhäuser oder Pflegeheime so gehandelt, wären etliche Menschen gestorben – und Mitarbeitende zu Recht fristlos entlassen worden. Diese Maßstäbe sollten auch für einen regierenden Bürgermeister gelten.“
Der Berliner Stromausfall-Terror kostete mindestens ein Todesopfer. Das bestätigte der Berliner Polizei-Vizepräsident Marco Langner auf einer Pressekonferenz.
Langner erklärte, dass eine 83-jährige Dame stark unterkühlt in ihrer Wohnung von einem Angehörigen vorgefunden wurde. „Dieser Angehörige hat sie über Monate bereits gepflegt und hat sie dann noch lebend in der Wohnung vorgefunden. Sie wurde dann noch – erfolglos leider – im RTW reanimiert und ist in der Folge dann verstorben.“
„Unabhängig jetzt von der möglichen Todesursache ist das natürlich ein sehr bedauerlicher – für die Angehörigen sehr bedauerlicher – Vorfall“, ergänzte der Polizist. „Die Kolleginnen und Kollegen der Kriminalpolizei, die dort am Ort dann eintrafen, konnten jetzt nicht gleich feststellen, dass die Todesursache durch einen Sturz verursacht wurde.“ Es sei eine Obduktion geplant.
Längster Stromausfall der Nachkriegsgeschichte
Nach dem tagelangen großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten ist die Energieversorgung für das betroffene Gebiet am Mittwoch wieder angelaufen. Der Stromausfall infolge des mutmaßlich linksterroristischen Brandanschlags auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf war den Angaben zufolge der längste der Nachkriegsgeschichte in der Hauptstadt. Seit Samstagmorgen waren 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe ohne Strom. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) waren insgesamt rund 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen.

Wegner auf der Pressekonferenz zum Strom-Terror am Mittwoch
Nach und nach kamen bereits in den vergangenen Tagen immer mehr Haushalte wieder ans Netz. Um die Gesamtversorgung möglichst rasch wiederherzustellen, arbeitete die Stromnetzgesellschaft an einer provisorischen Lösung: Zwei Leitungen mit besonders großer Transportkapazität wurden am Umspannwerk Dahlem miteinander verbunden. Die Arbeiten gestalteten sich kompliziert, zum einen wegen der niedrigen Temperaturen und zum anderen aufgrund der unterschiedlichen Materialien der beiden Kabel.
Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen übernommen
Zu dem Brandanschlag im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte sich eine linksextremistische Gruppierung bekannt. Bei den Ermittlungen zu den Tätern gibt es noch keine Ergebnisse. Die Polizei sprach von sehr umfangreicher Tatortarbeit.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Aus Sicht der obersten deutschen Strafverfolgungsbehörde besteht der Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.
In einem Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen „Vulkangruppen“, die seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf die öffentliche Infrastruktur verübt haben sollen, die Tat für sich reklamiert.
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