- An der Grenze zwischen dem Iran und Afghanistan ist es zu Kämpfen gekommen, bei denen zwei Grenzwächter getötet und zwei Zivilisten verletzt wurden.
- Der Konflikt entstand aus politischen Spannungen zwischen dem Regime in Teheran und den islamistischen Taliban und einem Streit über die Nutzung des Grenzflusses Helmand.
- Iran forderte die Taliban auf, einen Pakt über die Wassernutzung einzuhalten, während die Taliban die Dürre als Grund für die Einschränkung der Wasserzufuhr angeben.
Nach zunehmenden politischen Spannungen zwischen dem Iran und den Taliban in Afghanistan ist es an der Grenze beider Länder zu einem Feuergefecht gekommen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNAberichtete am Samstag, dass Grenzbeamte entschieden auf einen Angriff der Taliban aus der Provinz Nimrus reagiert hätten. Laut IRNA wurden zwei Grenzwächter bei dem Gefecht getötet und zwei Zivilisten verletzt.
Border Clashes broke out between Iranian Border Guards and the Taliban Afghan Army earlier today with Major Artillery Exchanges occurring and additional Equipment reported to be En-Route towards the Border Region; so far 2 Iranian Border Guards are said to have been Killed… pic.twitter.com/mEBquq1oWN
— OSINTdefender (@sentdefender) May 27, 2023
Das radikalislamische Regime in Teheran gehört der islamischen Glaubensrichtung des Schiitentums an, während das islamistisch-terroristische Taliban-Regime sunnitisch ist. Immer wieder kommt es an der Grenze der Nachbarländer seit der Machtübernahme der Islamisten im Sommer 2021 zu Zwischenfällen. Beide Seiten sprachen in der Vergangenheit in der Regel von Missverständnissen; grundsätzlichen Streit über den Verlauf der 921 Kilometer langen Grenze gibt es nicht.
Jüngst entbrannte jedoch ein Streit um Wasser des Grenzflusses Helmand. Irans Präsident Ebrahim Raisi drohte der Taliban-Regierung und forderte Kabul auf, einen jahrzehntealten Pakt über die Nutzung des Wassers einzuhalten, der Iran eine jährliche Mindestmenge an Wasser zusichert. Zur Stromgewinnung und Bewässerung der Landwirtschaft wird der mehr als 1000 Kilometer lange Fluss auf afghanischer Seite in der gleichnamigen Provinz Helmand gestaut.
Die Taliban erklärten, eine Dürre machten es den Behörden unmöglich, ausreichend Wasser ins Nachbarland fließen zu lassen. Nur wenige Tage später veröffentliche Irans Nachrichtenagentur IRNA Satellitenfotos und widersprach der Gruppe.
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