Trotz Wahl-Klatsche: Baerbock will Kanzlerin werden und hält Neuwahlen für demokratiefeindlich
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Bei der Europawahl haben die Grünen einen spektakulären Absturz hingelegt, büßten mehr als acht Prozentpunkte ein und fielen auf 11,9 Prozent. Doch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hält sich ungerührt die Option einer Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl offen. „Als Außenministerin habe ich gelernt, dass alles möglich ist“, sagte sie auf eine entsprechende Frage der Süddeutschen Zeitung (SZ).
Die Botschaft: Karriere-Turbo statt Demut.
Wählervotum als Demokratiefeindlichkeit?
Wer sich nach der Denkzettelwahl eine Denkpause erwartet hatte, ist auf dem Holzweg. Als Grünen-Spitzenkandidatin hatte Baerbock 2021 die hochfliegenden Umfrageträume der Grünen mit der Affäre um abgeschriebene Passagen ihres Buches und einen misslungenen Wahlkampf ruiniert. Während sich für die kommende Wahl bereits Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bereits dafür ausgesprochen hatte, diesmal Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zum Zugpferd der Partei zu machen, wirft nun auch Baerbock ihren Hut in den Ring.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Ihr ganz spezielles Demokratieverständnis offenbarte Baerbock in der SZ auch mit dem Satz: „Den größten Gefallen, den wir den Feinden der liberalen Demokratie im In- und Ausland tun könnten, wäre, dass noch eine europäische Demokratie vorzeitig in Neuwahlen geht.“
Wählervotum als Demokratiefeindlichkeit? In Wahrheit müssten sich derzeit vor allem die Grünen vor Neuwahlen fürchten, die sich selbst offenbar mit „er liberalen Demokratie“ verwechseln.
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Ralf Schuler
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