„Er kann zurückkommen, wenn er zum Frieden bereit ist“: Trump nach Eklat gegen sofortige Gespräche mit Selenskyj
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US-Präsident Trump und sein ukrainischer Kollege Selenskyj haben ihr Treffen im Weißen Haus nach einem beispiellosen Eklat abgebrochen. Nun äußern sich beide erstmals vor Kameras dazu, Noch-Kanzler Olaf Scholz (SPD) und der designierte Kanzler der neuen Regierung, Friedrich Merz (CDU) telefonierten nach dem Vorfall miteinander.
US-Präsident Donald Trump schließt eine sofortige Wiederaufnahme von Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus. „Er möchte sofort zurückkommen. Aber das geht für mich nicht“, sagte Trump bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Eklat im Oval Office. Gleichzeitig machte Selenskyj klar, dass er sich nicht bei Trump entschuldigen wolle. Auf eine entsprechende Frage in einem Interview des US-Senders Fox News antwortete Selenskyj: „Nein. Ich respektiere den Präsidenten, und ich respektiere das amerikanische Volk.“
Der Ukrainer betonte, dass man „sehr offen und sehr ehrlich“ miteinander sein müsse. Und es sei wohl auch besser, einige Dinge hinter verschlossenen Türen zu besprechen – „bei allem Respekt für die Demokratie und für freie Medien“. Zuvor war es bei einem Treffen zwischen Trump und Selenksyj zu einem öffentlichen Zerwürfnis gekommen. Der US-Präsident machte seinem Gast vor laufenden Kameras lautstark Vorwürfe.
„Wir hatten heute ein sehr bedeutsames Treffen im Weißen Haus“, sagte Donald Trump in einem Statement. Er habe festgestellt, „dass Präsident Selenskyj nicht zum Frieden bereit“ sei, wenn Amerika sich an Gesprächen beteilige, weil Selenskyj glaube, dass die US-Beteiligung „ihm einen großen Vorteil bei den Verhandlungen verschafft“. Trump erklärte: „Ich will keinen Vorteil, ich will FRIEDEN. Er hat die Vereinigten Staaten von Amerika in ihrem geschätzten Oval Office nicht respektiert. Er kann zurückkommen, wenn er zum Frieden bereit ist.“
Trump warf Selenksyj unter anderem vor, nicht ausreichend Dankbarkeit für die amerikanische Kriegshilfe zu zeigen. Das gemeinsame Treffen wurde abgebrochen. US-Medien berichteten, der Republikaner habe den ukrainischen Präsidenten rausgeworfen. Auf die Reporterfrage, ob Trump Selenksyj gebeten habe, das Weiße Haus zu verlassen, sagte Trump: „Das muss ich Ihnen nicht sagen.“
Trump: Selenksyj wollte keinen Frieden schließen
Nach dem Eklat machte der Republikaner deutlich: „Er muss sagen, ich will Frieden schließen.“ Und weiter: „Ich will jetzt einen Waffenstillstand.“ Selenskyj habe „die Karten nicht in der Hand“, monierte der Republikaner vor seinem Abflug in den US-Bundesstaat Florida.
Trump machte sich am späten Freitagnachmittag (Ortszeit) auf den Weg in sein Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Es blieb offen, ob er in den kommenden Tagen für ein weiteres Gespräch mit dem Ukrainer bereit ist. „Das war kein Mann, der Frieden schließen wollte, und ich bin nur interessiert, wenn er das Blutvergießen beenden will“, sagte er vor dem Abflug. Wenn die Ukraine nicht einlenke, dann müsse die Ukraine alleine weiterkämpfen, warnte er erneut.
Selenskyj hatte versucht, Trump öffentlich bloßzustellen, indem er beispielsweise Grimassen zog, während Trump sprach und vor versammelter Presse Bilder verwundeter ukrainischer Soldaten zeigte, um den moralischen Druck zu erhöhen.
Telefonat zwischen Scholz und Merz
Selenskyj erhielt nach dem Schlagabtausch im Weißen Haus Unterstützung aus der Heimat und aus vielen Ländern Europas. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schrieb auf X: „Niemand will Frieden mehr als die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine!“
Auch der designierte Bundeskanzler der neuen deutschen Bundesregierung, Friedrich Merz (CDU), sicherte Selenskyj eine Fortführung der Unterstützung zu: „Lieber Wolodymyr, wir stehen an der Seite von Ukraine in guten wie in schwierigen Zeiten. Wir dürfen in diesem schrecklichen Krieg niemals Angreifer und Opfer verwechseln.“
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, rief Scholz noch am Abend Merz an, um über den Vorfall zu beraten.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte vor Medienvertretern, er denke, „es war richtig, dass wir alle vor drei Jahren der Ukraine geholfen und Russland sanktioniert haben und dies auch weiterhin tun werden“.
Rohstoffabkommen auf Eis
Auch die geplante Unterzeichnung eines Rohstoffabkommens kam nicht zustande. Das Abkommen, bei dem es unter anderem um den US-Zugang zu in der Ukraine lagernden seltenen Erden ging, war von Trump als wichtige Voraussetzung für einen Frieden in der Ukraine gesehen worden. Trump sieht den Zugang zu den Rohstoffen auch als Gegenleistung für bisherige US-Militärhilfen.
Selenskyj erneuerte in dem Interview seine Sichtweise, dass ein Rohstoff-Deal zwischen den USA und seinem Land nicht ausreiche, um Putins Russland von einem erneuten Angriff abzuhalten. Putin habe bereits mehrfach Territorium angegriffen, auf dem US-Firmen tätig gewesen seien. Ein Rohstoff-Deal sei keine Garantie, er könne aber Teil der Infrastruktur von Garantien sein.
NIUS-Kommentar: Selenskyj hat versucht, Trump öffentlich bloßzustellen
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