Unter dem neuen MDR-Intendanten verschwanden Gebührengelder in Millionenhöhe
- Der neue MDR-Chef Ralf Ludwig will die Akzeptanz in der Bevölkerung stärken.
- Auf Zusatzzahlungen wie Ruhegelder will er nicht verzichten.
- Unter seiner Verantwortung wurden 6 Millionen Euro unterschlagen
Der frisch gewählte Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks, Ralf Ludwig, will die Akzeptanz seines öffentlich-rechtlichen Senders in der Bevölkerung stärken. Es sei „Aufgabe und Verpflichtung zugleich, Vertrauen der Menschen in die Berichterstattung zu stärken und verlorenes zurückzuholen“, sagte Ludwig in einer Sitzung des MDR-Rundfunkrates in Leipzig. Zudem wolle er den Transformationsprozess des MDR „konsequent“ fortsetzen.
Diese Transformation endet natürlich beim persönlichen Erfolg und Einfluss Ludwigs. Der frühere Herstellungsleiter des Kinderkanals Marco Kirchhof unterschlug sechs Millionen Euro Gebührengelder, unter anderem für nie angeforderte oder gelieferte Bühnen. Doch war zu dem Zeitpunkt nicht Ludwig der Leiter der Hauptabteilung Finanzen? Ja, war er. Die Pressestelle des MDR bezichtigt jedoch gegenüber der Berliner Zeitung. Er sei nicht für die „unmittelbare Kontrolle“ der Vorgänge zuständig gewesen. Tatsächlich scheint niemand verantwortlich trotz üppiger Gehälter und personelle Konsequenzen? Die gab es auch nicht.
Die Ex-Intendantin des RBB, Patricia Schlesinger, streitet sich aktuell mit ihrem alten Arbeitgeber um ihre Rente. 18.400 Euro Ruhegeld verlangt sie monatlich, wie vertraglich vereinbart. Diese Regelung wurde geschaffen für die Führungskräfte des ÖRR, um eine eventuelle arbeitslose Zeit bis zur Rente zu überbrücken.
Eine solche Regelung besteht wohl auch für den damaligen MDR-Verwaltungsdirektor und jetzigen Intendanten Ralf Ludwig. Unklar ist, ob er diese Zusatzleistungen in seinen neuen Vertrag übernommen hat. Die MDR-Pressestelle ignoriert die Frage der Berliner Zeitung, antwortet auch beim weiteren Nachfragen nicht einfach mit Ja oder Nein.
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