Verurteilter ISIS-Terrorist wird nicht nach Syrien abgeschoben, lebt vom Staat und sagt: „Es ist besser, den Islam anzunehmen, als in der Hölle zu landen”
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Ein bayerisches Dorf in Angst und Schrecken! Im beschaulichen 9000-Einwohner-Ort Tirschenreuth lebt ein vorbestrafter syrischer IS-Anhänger, der fünf Jahre im Gefängnis saß und von den Behörden als „extrem gefährlich“ eingestuft wird. NIUS hat exklusiv mit ihm gesprochen.
Obwohl er ausreisepflichtig ist, wird Abdulhadi B. nicht nach Syrien abgeschoben – in seiner Heimat droht dem Islamisten die Todesstrafe. Deshalb sitzt er nun seit zwei Jahren in einer Gemeinschaftsunterkunft in Tirschenreuth, trägt eine Fußfessel und darf den Ort nicht verlassen. Zweimal täglich muss er sich bei der Polizei melden.
Vor zwölf Jahren kam der heute 36-Jährige mit einem Studentenvisum nach Deutschland, 2018 wurde er zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt, weil er in Syrien Menschen zu Selbstmordattentaten animiert und den Sohn seiner ehemaligen Lebensgefährtin als IS-Kämpfer „trainiert“ hatte.
Islamist fordert 144.000 Euro Entschädigung
Zwei NIUS-Reporter sind nach Tirschenreuth gefahren, um mit Abdulhadi B. zu sprechen. Bei einem Treffen vor der Gemeinschaftsunterkunft erklärt er sich zu einem Interview bereit.

Der 36-Jährige lebt in einer Gemeinschaftsunterkunft in Tirschenreuth.
Im Gespräch, das Abdulhadi B. auf dem Marktplatz führen will, klagt er, er habe zu Unrecht fünf Jahre im Gefängnis gesessen, bezeichnet sich als Justizopfer. Deshalb fordert er eine Entschädigung für die lange Haft: 144.000 Euro sollen es sein, das sind 75 Euro für jeden Tag, den er in seinen Augen unschuldig eingesessen habe.
Mit einer skurrilen Erklärung: „Im Urteil steht, dass ich Werbung für Selbstmordattentäter gemacht habe. Aber diese Werbung war erfolglos.“ Trotz seiner Erfolglosigkeit hätten die Richter ihn verurteilt. Und das, obwohl es Urteile vom Bundesgerichtshof gebe, die besagen, dass das Anwerben auch von Erfolg gekrönt sein muss – also ein Selbstmordanschlag durchgeführt wurde. Die Sprachnachrichten, die ihm zur Last gelegt wurden, habe er nie gesehen.
„Besser, als in der Hölle zu landen“
B. sagt: Dass der Islam sich in Europa verbreite, sei richtig, auch für die Europäer selbst. „Es ist besser, den Islam anzunehmen, als in der Hölle zu landen.“
In Syrien, sagt Abdulhadi B., drohe ihm Gefahr für Leib und Leben, da es einen Haftbefehl gegen ihn gebe. Den Steuerzahler kostet er nun die Unterbringung in der Gemeinschaftsunterkunft plus monatlich 460 Euro an Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz, die in derartigen Fällen laut Auskunft des Bayerischen Landesamts für Asyl und Rückführungen gezahlt werden: „Falls eine Person vollziehbar ausreisepflichtig und lediglich geduldet ist, erhält sie die betragsmäßig geringeren Leistungen nach dem AsylbLG.“

Die Gemeinde Tirschenreuth: eigentlich ein idyllisches Fleckchen in Bayern.
Die Behörden hoffen, dass die Wohnsitzauflage in Tirschenreuth ihn von extremistischen Netzwerken isoliert. Die Überwachung in der Gemeinschaftsunterkunft sei besser umsetzbar, und der eingeschränkte Zugang zu Kommunikationsmitteln, besonders dem Internet, soll verhindern, dass er erneut Kontakt zu IS-Anhängern aufnimmt oder Propaganda verbreitet.
Sehen Sie hier das ganze Interview:
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