Von wegen „Hauptgegner“: CDU-Günther will Kuschelkurs mit den Grünen
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Der Richtungsstreit in der Union ist im vollen Gange: Knallharte Ampel-Kritiker oder konstruktive Opposition?
Jetzt schaltet sich Daniel Günther (CDU) ein, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und intern dem Merkel-Wüst-Lager zugerechnet.
„Wir werden derzeit nicht als ausreichend bessere Alternative zur Ampel wahrgenommen“, sagte Günther Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es würde nicht reichen, „überwiegend nur die Politik der Bundesregierung zu kritisieren. Die Leute haben einen anderen Anspruch an uns als staatstragende Partei.“ Von der CDU würde im Land erwartet, dass sie konkrete Lösungs-Vorschläge liefert. 
„Hilf uns nicht, die Grünen zu diskretidieren“
Die politische Konkurrenz sprachlich herabwürdigen – das sei der falsche Weg. Konkret nannte Günther ein Grünen-Beispiel: „Es hilft uns nicht, wenn wir Fehler beim Heizungsgesetz dazu nutzen, die Grünen oder ein ganzes Ministerium zu diskreditieren.“
Rumms! DAS war die direkte Antwort auf CDU-Chef Friedrich Merz, der die Grünen zu Wochenbeginn zum „Hauptgegner“ der Partei erklärte.
Günther outet sich damit auch final als Merz Gegner. Auf die Frage, ob der Parteichef auch der natürliche Kanzlerkandidat der Union sei, sagte Günther: „Wir werden die Frage der Kanzlerkandidatur im Spätsommer 2024 beantworten.“ Ein klares Ja klingt anders … Wohlwollend in der K-Frage blickt Günther auf NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Er sei „einer der wichtigsten Köpfe, die wir in der Union haben“ und habe „einen sehr klugen Zeitungsbeitrag über den Kurs der Union verfasst, wie wir die breite Volkspartei bleiben, die wir bisher sind“.

Was Günther einen „klugen Zeitungsbeitrag“ nennt, hat der Rest des Landes als eine klare Attacke auf Parteichef Merz interpretiert: Wüst brachte sich mit dem FAZ-Text ins Spiel als Spitzenkandidat ins Spiel, der einen versöhnlichen Kurs mit den Grünen anpeilen würde. Genau das Gegenteil von dem, was Merz jetzt ausgerufen hat …
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