Wadephul: „Kurzfristig können sie nicht zurückkehren“ – Syrer in Deutschland weiterhin willkommen
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Außenminister Johann Wadephul dämpft die Erwartungen an eine schnelle freiwillige Rückkehr vieler syrischer Flüchtlinge. Bei einem Besuch in Harasta, einem stark zerstörten Vorort von Damaskus, schilderte er die Lage als weiterhin prekär. Nach seinen Worten sind große Teile der Infrastruktur noch immer unbrauchbar, was eine Heimkehr syrischer Asylbewerber kurzfristig wenig wahrscheinlich mache.
Wadephul sagte in Harasta: „Kurzfristig können sie nicht zurückkehren.“ Und weiter: „Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben.“ Mit Blick auf die allgemeine Lage erklärte er außerdem: „Und das wird nicht allzu viele jetzt dazu bewegen, kurzfristig diesen Schritt zu machen.“ Für in Deutschland lebende Syrer betonte er: „Jeder, der bei uns bleibt und sich bei uns in unsere Gesellschaft einbringt, integriert arbeitet“ sei weiterhin willkommen.
In Damaskus traf Wadephul Interimspräsident Ahmed al-Scharaa und Außenminister Asaad al-Schaibani. Wadephul forderte Garantien für „ein Leben in Würde und Sicherheit“ in Syrien – für alle Bürger unabhängig von Geschlecht, religiöser, ethnischer oder gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Die Reise war aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehalten worden.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) zu Besuch in Syrien
52,6 Millionen Euro für Syrien
Deutschland sagt zusätzliche Hilfen von bis zu 52,6 Millionen Euro für Syrien, den Libanon und Jordanien zu (davon rund 39,4 Millionen Euro für Syrien, 5,25 Millionen Euro für den Libanon und 8 Millionen Euro für Jordanien). Die Mittel gehen an internationale Organisationen und NGOs in den Bereichen Ernährungssicherung, Schutz, Unterkünfte und Gesundheit. Insgesamt sind 2025 bislang rund 81 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für Syrien zugesagt.
Zudem erhöht Deutschland seinen Beitrag als größter Geber zum Wiederaufbaufonds Syriens um weitere 4 Millionen Euro; mit der zehnten Einzahlung summiert sich der deutsche Anteil auf 110 Millionen Euro. Mittel fließen auch an die Vereinten Nationen, um Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen während der Assad-Herrschaft zur Rechenschaft zu ziehen. Syrien liege in direkter Nachbarschaft zur EU; was dort geschehe, „hat auch direkte und indirekte Auswirkungen auf uns in Deutschland“.
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