Wärmepumpen-Absatz bricht ein, Kurzarbeit bei Viessmann: „Ist an Dramatik nicht zu überbieten“
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Im Januar verkaufte das Familienunternehmen Viessmann seine Klimasparte mit dem angeblich so zukunftsträchtigen Wärmepumpen-Bereich an den US-Konzern Carrier Global. Nun herrscht Kurzarbeit. Chef Max Viessmann bezeichnete die Situation der Branche im Gespräch mit der Wirtschaftswoche als „an Dramatik nicht zu überbieten“ – und gibt den Medien die Schuld für die prekäre Situation der Branche.
Erst Vaillant und Stiebel-Eltron, nun folgt Viessmann: Seit dieser Woche befindet sich ein Teil der 4000 Mitarbeiter des Wärmepumpen-Herstellers in Kurzarbeit, zunächst nur bis August. Wie es danach weitergeht, ist unklar.
„Wärmepumpen-Verkäufe um die Hälfte eingebrochen!“
Schuld ist die fehlende Nachfrage nach Anlagen. Bereits Anfang Mai meldete der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie: „Wärmepumpen-Verkäufe um die Hälfte eingebrochen!“, und machte für den Einbruch von 96.500 verkauften Wärmepumpen im ersten Quartal auf nur 46.000 Geräte unter anderem die Verunsicherung der Bürger infolge des Chaos um das Heizungsgesetz verantwortlich.

Luft-Wasser-Wärmepumpe für die Außenaufstellung von der Firma Viessmann.
Damals sagte Max Viessmann der Wirtschaftswoche: „Was rund um die Wärmepumpe passiert ist, ist an Dramatik nicht zu überbieten“, und machte Medienberichterstattung für den Niedergang der Technologie verantwortlich. „Was an Mythen verbreitet wurde, an Polarisierung und Populismus stattgefunden hat, hat mich fassungslos gemacht.“
Ähnliches hatte auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck Mitte Mai behauptet: „Die mediale Berichterstattung hinkt hinter der Wirklichkeit hinterher“, so Habeck bei der Digital-Messe OMR. Und weiter: „Weil die Wärmepumpen ja so ein bisschen im schlechten Leumund steht: Die Zahlen steigen gerade richtig. Die Anmeldezahlen – wir fördern die Dinger ja – gehen richtig hoch und auch wenn man mit den Unternehmen redet, die sagen: ,Zieht jetzt richtig an‘.“
Absatz von Ölheizungen steigt
Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: In den erste drei Monaten 2024 wurden in Deutschland fast ein Drittel weniger Pumpen verkauft als noch vor einem Jahr. Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) brach der Absatz um 29 Prozent auf 217.500 Anlagen ein, bei den Wärmepumpen verzeichnet man einen Rückgang von mehr als der Hälfte. Ölheizungen legten hingegen um satte 27 Prozent auf 27.500 Anlagen zu.
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