Wärmepumpen sollen Häuser um 750 Euro pro Quadratmeter wertvoller machen: NIUS deckt Habecks Lügen-Märchen auf
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Wie ein provisionsgetriebener Außendienstler eines Heizungsbauers war Robert Habeck diese Woche auf Wärmepumpen-Werbe-Wanderung, besuchte – begleitet von einem üppigen Medientross – den Heizungskeller einer älteren Dame in Laatzen (Niedersachsen). Sein Slogan: „Der Moment, eine Wärmepumpe zu kaufen, ist jetzt.“
Sein Haupt-Argument: Wärmepumpen erhöhen den Wert der Immobilie!
Wörtlich sagte Habeck: „Eine Wärmepumpe erhöht den Wert von Gebäuden. Wir haben ausgerechnet, dass der Quadratmeterpreis von Gebäuden mit Wärmepumpe um 750 Euro höher ist als ohne. Und es gibt eine Immobilienplattform, die verglichen hat, was ein Haus ohne und mit Wärmepumpe kostet. Und die mit Wärmepumpe haben einen höheren Wert von über 40 Prozent.“
NIUS macht den Realitäts-Check – und deckt Habecks Lügen-Märchen auf.

Großer Medien-Rummel, wenn sich Robert Habeck eine Wärmepumpe anschaut
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Was Habeck als Rechnung seines Ministeriums ausgibt („wir haben ausgerechnet“), entpuppt sich auf Nachfrage beim Bundeswirtschaftsministerium als eine Auswertung des Forschungs- und Beratungsinstituts „Empirica“. Darin heißt es jedoch mitnichten, dass Häuser mit Wärmepumpen per se oder im Durchschnitt einen um 750 Euro höheren Preis pro Quadratmeter haben.
Eine Sprecherin des Ministeriums erklärt: „Demnach haben in 2024 Ein- und Zweifamilienhäuser (EZFH) mit der höchsten Effizienzklasse (A+) einen um 412 Euro pro qm besseren Marktwert und solche in der schlechtesten Effizienzklasse (G) einen um 333 Euro pro qm schlechteren Marktwert ggü. der Referenzklasse C; in Summe beträgt der Abstand zwischen bester und schlechtester Klasse 745 Euro pro qm.“
Das heißt also: Habecks Behauptung gilt nur für den einen Fall, wenn man die modernsten und am besten gedämmten Häuser, die es gibt, mit den schlechtesten und ältesten Häusern der Republik vergleicht. Eine allgemeine Aussage über eine solche Wertsteigerung, wie es Habeck getan hat (150.000 Euro bei beispielsweise 200 Quadratmeter Wohnfläche) lässt sich daraus keineswegs ableiten.
Dass die energetische Sanierung eines Hauses der Effizienzklasse G mit Dämmung, Fußbodenheizung, womöglich einem neuen Dach und eben der Wärmepumpe weit mehr als 100.000 Euro kosten dürfte, um auch nur in die Nähe der Effizienzklasse A+ zu gelangen, liegt auf der Hand.
40 Prozent mehr Wert durch Wärmepumpe?
Auch der zweite Teil seiner Aussage, dass Häuser mit Wärmepumpe einen um 40 Prozent höheren Wert haben als solche ohne, ist fragwürdig. Auf Nachfrage erklärt das BMWK, dass es sich um eine Auswertung der Immobilienplattform „Immoscout“ handelt.
Zunächst einmal arbeitet „Immoscout“ für die Auswertung mit den Angebotspreisen – und nicht mit den realisierten Verkaufspreisen.

In einem Neubau der Effizienzklasse A+ war Robert Habeck bei seinem Besuch nicht – seine Rechnung, wonach Häuser mit Wärmepumpe 750 Euro pro Quadratmeter mehr wert sind, dürfte auch hier nicht aufgehen.
Darüber hinaus erklärt „Immoscout“ selbst die Limitationen der Auswertung: „Zu beachten ist, dass Wärmepumpen häufiger in Neubauten vorzufinden sind, welche aufgrund der Baukosten einen höheren Kaufpreis aufweisen als Objekte im Bestand. Auch haben diese Gebäude insgesamt eine bessere Energieeffizienzklasse, was sich – neben der Lage – ebenfalls positiv auf den Verkaufspreis auswirkt.“
Heißt: Die Unterschiede bei den Angebotspreisen kommen nicht allein durch die Art der Heizung zustande. Auch das Alter, der grundsätzliche Zustand der Immobilie, die Effizienzklasse und die Lage der Immobilie spielen eine Rolle. Und diese sind bei Häusern mit Wärmepumpe – weil sie eben oft in Neubauten zum Einsatz kommt – allesamt besser.
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