Wegen Umgang mit Aiwanger: SPD-Politiker wechseln zu Freien Wählern
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- Zwei Stadträte der SPD in Aiwangers Heimatstadt wechseln zu den Freien Wählern.
- Sie sind enttäuscht, wie ihre nun ehemalige Partei mit dem bayrischen Wirtschaftsminister umging.
- Die Freien Wähler könnten bei der Bayernwahl das beste Ergebnis ihrer Geschichte einfahren.
Wegen des Umgangs mit Bayerns stellvertretenden Ministerpräsidenten Huber Aiwanger (Freie Wähler) und dem Auschwitz-Flugblatt gibt es jetzt auch im Heimatort des Niederbayerns Konsequenzen. Genauer gesagt im Stadtrat von Rottenburg an der Laber, der sich im Landkreis Landshut befindet.
Dort haben die Stadträte Angelika Wimmer und Peter Bayer, beides Sozialdemokraten, den Austritt aus ihrer Partei erklärt und sich der Fraktion der Freien Wähler angeschlossen. Dies bestätigte der Erste Bürgermeister von Rottenburg, Alfred Holzner (Freie Wähler) dem Bayrischen Rundfunk.

Kein gutes Omen für den SPD-Spitzenkandidat Florian von Brunn.
Der Grund ist hierfür offensichtlich. Die beiden Städträte kennen Aiwanger seit mehreren Jahren und seien laut dem Oberbürgermeister „frustriert und angefressen über diese Kampagne“ gegen den Freie-Wähler Chef gewesen. Besonders entttäuscht seien Wimmer und Bayer über das Verhalten vieler SPD-Politiker wie Saska Esken. So forderte die Parteivorsitzende nur wenige Zeit nach Bekanntwerden der Vorwürfe den Rücktritt von Aiwanger. Ähnlich verhielt sich die bayrische SPD-Generalsekretärin Ruth Müller.

Saskia Esken forderte früh den Rücktritt von Aiwanger
Dabei waren zu dem Zeitpunkt noch nicht alle Details bekannt. Später gab der Bruder von Hubert Aiwanger an, das Flugblatt verfasst zu haben. Das Gegenteil konnte bis heute nicht bewiesen werden.
Lesen Sie hier die ganze Chronik: Aiwanger & das Auschwitz-Flugblatt: So manipuliert die SZ die Bayern-Wahl
Bürgermeister Alfred Holzner geht davon aus, dass der Fraktionswechsel in wenigen Tagen vollzogen werden kann. „Da spricht auch nichts dagegen, weil man in der Vergangenheit schon gut zusammengearbeitet hat.“ Angelika Wimmer war bis zu ihrem Austritt auch die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins.

Aiwanger geht aus der Kampagne gestärkt heraus.
Die SPD in Rottenburg steht indes vor einem echten Problem. Ist der Wechsel abgeschlossen, sind die Genossen nicht mehr im Stadtrat vertreten. Daher erstaunt die Reaktion von Ruth Müller wenig: „Angesichts der langjährigen Freundschaft mit Angelika Wimmer bin ich enttäuscht, dass sie vorher das Gespräch mit mir nicht gesucht hat.“
Geschadet hat Aiwanger die Kampagne gegen seine Person jedenfalls nicht. Aktuell liegen die Freien Wähler bei 16 Prozent und könnten damit das beste Wahlergebnis in ihrer Geschichte erzielen.
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Julian M. Plutz
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