Weil Behörden überlastet: Noch viel mehr Asyl-Bewerber als die offiziellen Zahlen zeigen
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27.889 Asyl-Erstanträge sind laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allein im September gestellt wurden – das entspricht 950 Menschen pro Tag. In Wahrheit dürfte die Zahl jedoch viel höher liegen, wie die Welt am Sonntag aus Kreisen der Behörde erfahren hat.
Der Grund: Die Behörden sind mit der Abbarbeitung der Asyl-Anträge derart überlastet, dass zahlreiche Menschen erst einmal nur registriert und der Asyl-Antrag erst später gestellt wird und somit auch erst später in der Statistik auftaucht. Zahlreiche Asyl-Bewerber müssen Monate warten bis ihr Antrag gestellt wird.
In Wahrheit geht die Behörde von mehr als 40.000 Asyl-Einreisen im September und im Oktober aus. Das sind mindestens 40 Prozent mehr als die offizielle Statistik hergibt, das entspricht mindestens 1300 neuen Asyl-Bewerbern pro Tag.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser
Die Ampel-Regierung hat in den vergangenen Wochen angekündigt, härter gegen die illegale Migration vorgehen zu wollen – und auch abgelehnte Asyl-Bewerber konsequenter abschieben zu wollen. Das von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) vorgelegte „Rückführungsverbesserungsgesetz“ wird – so die Annahme ihres Ministeriums – nur 600 zusätzliche Abschiebungen pro Jahr möglich machen.
Mit Blick auf die aktuellen Zahlen der Asyl-Einreisen erscheint das nicht als „große Entscheidung“, wie der Bundeskanzler es nannte, sondern eher als Mikro-Bestandteil einer anderern Migrationspolitik.
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