Weil er keine Bahnstrecke will: SPD-Chef hat Krach mit Fridays for Future
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- SPD-Chef Klingbeil gegen Schienen-Neubau in seinem Wahlkreis
- Aktivisten von Fridays-for-Future auf der Zinne
- Vorwurf: Doppelmoral beim Klimaschutz
SPD-Chef Lars Klingbeil führt mit seiner Partei die selbsternannte Fortschrittskoalition mit FDP und Grünen an. Erklärtes Ziel: Für mehr Klimaschutz Windräder, Solarkraftwerke und Bahnstrecken bauen – es sei denn, der Zuglärm könnte die Wähler in Klingbeils Wahlkreis Rotenburg I – Soltau-Fallingbostel vergraulen. Dann lehnt Klingbeil, wie der Spiegel berichtet, neue Zugtrassen ab. Die Klimaaktivisten von Fridays for Future, die von Luisa Neubauer angeführt werden, sind auf der Zinne.
„Sie positionieren sich gegen den notwendigen Bau der ICE-Neubaustrecke Hannover-Hamburg aber fordern parallel den Ausbau der dortigen A7 auf sechs Spuren“, schimpfen die Aktivisten in einem offenen Brief an den Chef der Kanzlerpartei. Diese Bahnstrecke sei für viele täglich der Weg zur Schule, Universität oder Freizeitaktivitäten, schreiben die Aktivisten. Gerade im Nahverkehr häuften sich die Verspätungen aufgrund der unzureichenden Streckenkapazität.
Die Aktivsten werfen Klingbeil Doppelmoral vor: „Ihre Not-In-My-Backyard Politik zeichnet nach, welche politische Haltung seit so vielen Jahren Fortschritt blockiert: Schöne Reden vom Klimaschutz, aber wenn es konkret wird, duckt man sich. So etwas würden wir von Ihnen nicht erwarten.“
Klingbeil argumentiert, den Bürgern seines Wahlkreises sei 2015 beim Dialogforum Schiene Nord versprochen worden, die bestehende Bahnstrecke für sechs Monate zu sperren und eine Generalsanierung vorzunehmen – nun stattdessen einen Neubau zu starten, würde Vertrauen kosten, so der SPD-Chef. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn „man hier im Gewerbegebiet kein Gewerbe mehr treiben“ könne, so Klingbeil zum Spiegel.
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