Weil Merz seine Wahlversprechen bricht: Beliebte CDU-Bürgermeisterin tritt aus der Partei aus
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Ein prominentes Gesicht der Brandenburger CDU kehrt ihrer Partei den Rücken. Anja Heinrich (54), langjährige Christdemokratin und ehemalige Brandenburger Generalsekretärin, verkündete nach ihrer Wiederwahl zur Bürgermeisterin von Elsterwerda ihren Partei-Austritt. Der Auslöser: ein geplanter Kahlschlag im Krankenhauswesen und gebrochene Wahlversprechen von CDU-Chef Friedrich Merz, berichtet die BZ.
Mit einem deutlichen Ergebnis von 79,2 Prozent setzte sich Anja Heinrich am Sonntag gegen einen Kandidaten der AfD durch. Direkt im Anschluss machte sie öffentlich, was sie nach eigenen Worten schon länger beschlossen hatte: „Ich trete aus der CDU aus.“ „Ich habe damit bis nach der Wahl gewartet, damit mir niemand Populismus vorwerfen kann“, so Heinrich.
„Der Bürgerwille spielt keine Rolle mehr“
Heinrich blickt auf mehr als zwei Jahrzehnte Parteizugehörigkeit in der CDU zurück. Neun Jahre saß die studierte Sozialpädagogin im Brandenburger Landtag, drei Jahre führte sie die Partei als Generalsekretärin. 2018 zog sie sich aus der Landespolitik zurück, um das Bürgermeisteramt in Elsterwerda zu übernehmen. Dort holte sie regelmäßig Bestwerte für die CDU.
Doch nun ist Schluss. „Ich bin die letzte von einst fünf CDU-Bürgermeistern im Elbe-Elster-Kreis, aber jetzt habe auch ich genug von meiner Partei“, sagt Heinrich. Ihr Hauptgrund: „Die CDU will das Krankenhaus Elsterwerda und zwei weitere ohne Not schließen. Der Bürgerwille spielt keine Rolle mehr. Aber Parteien sollten der Bevölkerung dienen – und nicht umgekehrt.“
„Friedrich Merz’ gebrochene Wahlversprechen sorgen für Unmut in der Bevölkerung“
Ihre Enttäuschung richtet sich nicht nur an die Landesebene. Auch CDU-Chef Friedrich Merz steht bei ihr in der Kritik. „Friedrich Merz’ gebrochene Wahlversprechen sorgen für Unmut in der Bevölkerung“, so Heinrich, „das stärkt nur andere Parteien.“ Das große Schuldenpaket der Koalition könne sie nicht mehr vertreten: „Für mich gelten Wahlprogramme noch.“
Die CDU habe sich von ihren christlich-konservativen Werten entfernt. „Ich habe lange mit mir gerungen, aber mit dieser Partei habe ich nichts mehr gemein.“ „Ich mache noch acht Jahre als parteilose Bürgermeisterin. Und dann ist Schluss.“
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