„Weiß Ihr Chef, was Sie hier tun...?“ Bei den Worten von Strack-Zimmermann muss man unweigerlich an Denunziation denken
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Sie soll für die FDP als „Eurofighterin“ ins Europäische Parlament ziehen – bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ravensburg (Baden-Württemberg) sorgte Marie-Agnes Strack-Zimmermann für einen Eklat, indem sie einem Kritiker offenbar androhte, ihn bei seinem Arbeitgeber ob seiner politischen Ansichten anzuschwärzen.
Bei der FDP-Veranstaltung von Strack-Zimmermann auf dem Ravensburger Marienplatz bestand das versammelte Publikum aus etwa 300 Menschen – in weiten Teilen aus Kritikern der FDP-Politikerin, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Sie kamen auch aus den Reihen der Partei „Die Basis“ sowie der AfD. Immer wieder riefen sie „Kriegstreiber“ und die Parole „Frieden schaffen ohne Waffen“.
Am Mikrophon fuhr Strack-Zimmermann aus der Haut, sprach Gegendemonstranten direkt an, beleidigte sie: „Dir sag’ ich was und dir auch: Du wärst schneller in Stuttgart im Knast als du gucken könntest, weil du naiv bist, weil du gar nichts mehr auf die Kette bekommst. So ist das in Russland.“
Wären die Demonstranten Demokraten, so Strack-Zimmermann, würden sie zuhören und diskutieren – und nicht rufen und pfeifen. Dann ergänzte sie: „Aber ihr seid zum Teil zu blöd, ’ne Pfeife in den Mund zu stecken!“
Droht Strack-Zimmermann mit Anschwärzen beim Arbeitgeber?
Doch damit nicht genug: Auch im Umfeld des Bühnen-Auftritts ging es zur Sache, wie ein Video zeigt. Während die FDP-Politikerin gerade in ein Gespräch verwickelt war, sprach sie ein Mann von hinten an. Die FDP-Politikerin reagierte, fragte: „Wo arbeiten Sie denn?“ Der Mann antwortete: „Bei einem Maschinenbau- und Automobilzulieferer, aber Sie mit ihrer gesamten Regierung machen alle möglichen Arbeitsplätze kaputt.“
Strack-Zimmermann fragte wieder und wieder: „Weiß ihr Chef, was Sie hier machen? Weiß ihr Chef, was Sie hier machen? Wie heißt denn Ihre Firma? Da haben Sie schneller Ihren Job ...“ – dann ist nicht mehr zu verstehen, was Strack-Zimmermann sagt. Ist das eine Drohung? Es klingt, als würde die FDP-Politikerin ihrem Kritiker drohen wollen, ihn wegen missliebiger politischer Einstellungen beim Arbeitgeber zu denunzieren, was ihn seinen Job kosten könnte.

Ein weiteres Video zeigt die mutmaßliche Denunziations-Drohung der FDP-Politikerin.
Die Bundestagsabgeordneten Joana Cotar (fraktionslos) schrieb bei X: „Ein solcher Wille zur Denunziation passt zu Sozialisten, aber ganz sicher nicht zu einer freiheitlichen Partei.“
Die Ravensburger Grünen-Politikerin Agnieszka Brugger hingegen sprach Strack-Zimmermann ihre Solidarität aus: „Demokrat*innen müssen nicht immer einer Meinung sein, aber zusammenhalten. Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist immer zu harten Diskussionen bereit, aber wenn eine kleine Minderheit das Ziel hat, Dialog zu zerstören, dann habe ich dafür null Verständnis.“
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