Weiße sollen bei Ausstellung draußen bleiben – und die CDU hilft mit
Ein Beitrag von
Weiße sollen draußen bleiben? So zumindest will es eine Museumsausstellung in Dortmund. Der Chef des verantwortlichen Landschaftsverbands Westfalen-Lippe gehört genau wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst der CDU an.
Wer am Wochenende das Museum der Zeche Zollern in Dortmund besuchen will und die falsche Hautfarbe besitzt, der hat leider Pech gehabt: „Jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr ist die Ausstellungswerkstatt für Black, Indigenous and People of Color (BIPoC) reserviert“, heißt es auf der Website der Ausstellung „Das ist kolonial“, über die NIUS bereits berichtete.

Das LWL-Industriemuseum – Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur ist ein dezentrales Industriemuseum mit acht Standorten in Westfalen und Lippe. Die Zentrale befindet sich in der Zeche Zollern in Dortmund.
Verantwortlich für die Ausstellung ist die Kulturstiftung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), die von der SPD-Politikerin Anneli Hegerfeld-Reckert geleitet wird. Der Paderborner CDU-Politiker Michael Pavlicic fungiert als Stellvertreter.
Was also sagt die aus Steuermitteln finanzierte Kulturstiftung zum bewussten Ausschluss von weißen Personen? Schließlich darf in Deutschland laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) niemand „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft“ benachteiligt werden.
Auf Nachfrage von NIUS teilt eine Sprecherin der Stiftung mit: Der Einlass in die Ausstellungswerkstatt sei grundsätzlich nicht reglementiert. Die Besucher würden „lediglich auf die Reservierung für BIPoC hingewiesen und gebeten, dieses Experiment Safer Space zu unterstützen“.
Damit solle erreicht werden, „dass Menschen, die von Rassismus betroffen sind, einen geschützten Raum bekommen, in dem sie sich zurückziehen und offen auszutauschen können“. Wer trotz dieser Bitte zu dieser Zeit die Werkstatt besuchen will, dürfe trotzdem rein.
Die CDU ist in der Angelegenheit allgegenwärtig
Die Kulturstiftung gliedert sich ein in den Gesamtverband LWL, der in Nordrhein-Westfalen knapp 200 Einrichtungen führt. Für ihn sind knapp 20.000 Mitarbeiter tätig. Chef ist der CDU-Politiker Georg Lunemann. Wie erklärt sich der Gesamtverband die Angelegenheit? Eine Anfrage von NIUS bleibt ohne Antwort.

Hendrik Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, bedankt sich für Applaus bei einer CDU-Veranstaltung
Aufsichtsbehörde des LWL ist laut Impressum das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Das wird ebenfalls von einer CDU-Politikerin geführt, nämlich Ina Scharrenbach. Gegenüber NIUS teilt das MHKBD jedoch mit, es sei nicht zuständig und verweist auf das Innenministerium als zentrale Aufsichtsbehörde. Hier zeigt man sich verwundert. Ein Sprecher des Innenministerims erklärt NIUS im Gespräch, inhaltlich keinen Einfluss auf den Verband zu haben und den Vorgang nicht bewerten zu wollen. Schließlich sei das MHKBD die Aufsichtsbehörde.
Das Innenministerium stellt lediglich das Stiftungsrecht aus. Sollte die Behörde also einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) feststellen, könnte sie der LWL-Stiftung theoretisch das Stiftungsrecht entziehen.
Zumindest öffentlich könnte auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst eingreifen, der bekanntlich ebenfalls der CDU angehört. Gibt es Rassismus gegen Weiße in einem CDU-geführten Bundesland? Auch die Staatskanzlei äußert sich auf Nachfrage von NIUS nicht.
Lesen Sie auch: CDU-Spitze fordert Aufklärung zu antisemitischem Flugblatt
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Björn Harms
Artikel teilen
Kommentare