Wenn die Polizei von einem Deutschen spricht – und der Täter plötzlich im Fenerbahçe-Trikot erscheint
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Messerangriff mitten im Warteraum der Bahn! In Stuttgart sticht ein 26-Jähriger in der Nacht zum Montag zwei Rentner mit einem Messer brutal nieder. Wenig später gibt die Polizei eine Pressemitteilung heraus, in der es heißt: Der Tatverdächtige ist deutscher Staatsbürger. Doch als der Straftäter wenig später auf dem Polizeirevier erscheint, die große Überraschung: Der Mann trägt ein Fenerbahçe-Trikot und hat einen türkischen Vornamen.
Als Cemkoray M. am Montag das Polizeirevier betritt, trägt er ein Trikot von Fenerbahçe Istanbul. Cemkoray M. ist Deutscher, daran besteht kein Zweifel, schließlich besitzt er die deutsche Staatsbürgerschaft, vielleicht ist er sogar in Deutschland geboren.
Dass die Stuttgarter Polizei den Messerstecher in einer Pressemitteilung als deutschen Staatsbürger bezeichnet, ist folglich vollkommen korrekt – und trotzdem ungewöhnlich. Denn während die Behörden die Nationalität von Kriminellen in der überwiegenden Zahl der Fälle nur sehr zurückhaltend und auf mehrfache Nachfrage hin an Journalisten herausgeben, scheint es in diesem Fall fast so, als schwinge bei der Polizei ein klein wenig Erleichterung darüber mit, dass man diesmal tatsächlich einen Deutschen vorweisen kann.

In diesem Warteraum stach Cemkoray M. auf die beiden Rentner ein.
Das Pressemeldungs-Archiv der Stuttgarter Polizei beweist: Eigeninitiativ wird praktisch nie die Staatsbürgerschaft herausgegeben. Stattdessen ist von einem „Mann“, oder einem „21-“, „35-“ oder Wieviel-auch-immer-Jährigen die Rede.
Eine Anfrage dazu, warum man sich gerade in diesem Fall für die Nennung der Nationalität entschieden hat, blieb bis zur Veröffentlichung dieses Artikels unbeantwortet.
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Ende Juni titelten die Zeitungen: „Blutrache-Mord in der Schweiz: Mann aus Braunschweig angeklagt“ und „Racheakt in der Schweiz? Geschwisterpaar soll Mord begangen haben“. NIUS fand heraus: Der 25-jährige Angeklagte besitzt die afghanische Staatsbürgerschaft – und erst seit 2023 auch die deutsche.
Wenig später nahm die Bundespolizei Berlin einem Mann bei einer Kontrolle ein Messer ab, präsentierte das Foto stolz auf X und textete süffisant darunter: „Der 43-jährige Deutsche behauptete am #Ostkreuz, dieses Einhandmesser zum Brötchen schmieren zu benötigen.“
Die Message des Tweets ist mehr als klar: Seht her, nicht nur Ausländer tragen gefährliche Messer mit sich herum.
Entscheidet man sich vernünftigerweise dazu, die Nationalität – und sogar einen möglichen Migrationshintergrund – künftig zu erfassen und zu veröffentlichen, müsste das allerdings einheitlich geschehen. Das selektive Nennen oder Weglassen der Staatsangehörigkeit lässt klar auf eine politische Motivation bei den zur Neutralität verpflichteten Beamten schließen.
Der Fall Cemkoray M. lenkt den Fokus auf den Aspekt der Ausländer-Kriminalität, der immer wieder diskutiert und doch nie erkenntnisbringend beantwortet wird, weil Daten dazu nicht veröffentlicht werden: Die Frage, wie hoch der Anteil an Straftätern mit Migrationshintergrund unter den als Deutsch erfassten Straftätern ist. Was im Fall des 26-jährigen Messer-Angreifers aus Stuttgart naheliegt, bestätigt auch eine Recherche der Bild: Cemkoray M. ist türkischer Abstammung.
Da man inzwischen bereits nach fünf Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft erhält, ist es nur allzu gut möglich, dass häufig Menschen, die erst seit kurzem in Deutschland leben, in der Statistik zu den deutschen Straftätern gezählt werden.
AfD klagt auf Herausgabe der Vornamen
Der rechtspolitische Sprecher der AfD-Hauptstadtfraktion, Marc Vallendar, hat deshalb Ende Juni eine Klage gegen den Senat eingereicht, nachdem zwei seiner parlamentarischen Anfragen nicht beantwortet worden waren. Der Abgeordnete möchte die 20 häufigsten Vornamen deutscher Tatverdächtiger bei Straftaten erfahren, die mit einem Messer begangen werden.
Die Vermutung dahinter: Auch, wenn Messer-Angriffe von deutschen Staatsbürgern begangen werden, haben viele von ihnen einen Migrationshintergrund – den man auch am Vornamen erkennen kann.
Die Tatsache, dass die Messer-Kriminalität in Deutschland seit vielen Jahren – analog zu einer steigenden Zuwanderung – explodiert, legt nahe, dass der kulturelle Hintergrund einer Person hier durchaus auch eine Rolle zu spielen scheint. Die Veröffentlichung der Namen als Erkennungsmerkmal für die kulturelle Herkunft der Täter könnte hier weitere Erkenntnisse bringen.
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