Werteunion-Chef Hans-Georg Maaßen über Merz: „Ich glaube nicht, dass er der richtige Vorsitzende ist“
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- Kanzlerin a.D. Merkel entließ ihn als Chef des Verfassungsschutzes, CDU-Chef Friedrich Merz wollte ihn aus der Partei werfen – jetzt teilt Werte-Union-Chef Hans-Georg Maaßen gegen seine eigene Ex-Partei aus.
- Im Gespräch bei „Schuler! Fragen, was ist“ sagte Maaßen, selbstverständlich gebe es für ihn auch keine „Brandmauer“ zur Union.
- Man werde, wenn es drauf ankommt, mit allen Parteien reden, so Maaßen.
Maaßen sieht nicht, dass es derzeit „eine gemeinsame Linie“ mit der Union gebe. „Das sehe ich derzeit nicht. Die CDU unter Merz ist eine CDU, die mit den Grünen zusammenarbeiten will, die in Teilen auch eine grüne Politik vertritt, die jetzt kurz vor dem Wahlkampf oder im Wahlkampf wieder sagt: Wir müssen abschieben, wir müssen die Grenzen schließen. Aber wenn man sich anschaut, was die Herren Innenminister der CDU auch der CSU in den letzten Jahren gemacht haben, dann ist es nicht das, was jetzt versprochen wird. Und deswegen sehen wir auch nicht, dass unter der jetzigen Parteiführung der CDU eine Zusammenarbeit möglich sein wird.“
Merz tut nicht das, was er versprochen hat
Maaßen äußerte auch grundsätzliche Kritik an CDU-Chef Friedrich Merz. „Ich glaube nicht, dass er der richtige Vorsitzende ist. Ich glaube, die CDU hat sich keinen Gefallen getan, und wir aus der Werte Union bereuen es auch ehrlich, dass wir ihm geholfen haben, Parteivorsitzender zu werden. Es waren auch Kreisvorsitzende aus unseren Reihen, die damals die Mitgliederbefragung mitinitiiert hatten. Ohne diese Mitgliederbefragung, ohne das Votum der Mitglieder wäre er niemals Parteivorsitzender geworden.

Heute sehen wir, dass Friedrich Merz nicht das tut, was er eigentlich versprochen hat: eine Politikwende in der CDU. Er hat sich mit den Linken in der CDU gegen die Moderaten, gegen die Konservativen solidarisiert, und deswegen ist er für uns nicht akzeptabel.“
Auch mit Blick auf den Krieg in der Ukraine vertreten Maaßen und seine Partei einen deutlich anderen Kurs als die Union. „Wir sind der Auffassung, dass es letztendlich um unsere Interessen, um deutsche Interessen geht. Mich interessiert weniger die Interessenlage in Kiew oder in Moskau oder in Washington, sondern wir müssen als Deutsche ein Interesse haben, dass wir nicht in einen Krieg hineingezogen werden, der nicht unser Krieg ist.“ Dazu fügte der promovierte Jurist folgende Forderungen:
- „Wir müssen ein Interesse haben, dass wir mit den Russen auch an irgendeinem Tage wieder mal zusammenarbeiten können.“
- „Wir haben die letzten 800 Jahre als Nachbarn oder mittelbare Nachbarn der Russen gelebt, und werden es vielleicht auch noch weitere 500 Jahre tun.“
- „Wir sind in einer anderen Situation als die Amerikaner und Briten.“

„Unsere Position ist, alles dafür zu tun, dass es zu einem Waffenstillstand und dann zu einem Frieden kommt, alles dafür zu tun, dass Nordstream auch wieder aufgebaut wird, weil das im nationalen deutschen Interesse ist“, so Maaßen.
Das ganze Interview mit Hans-Georg Maaßen können Sie hier anschauen
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Ralf Schuler
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