Wie im Kindergarten: CDU-Mann will Clans ihre Luxusartikel wegnehmen!
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Der stellvertretende nordrhein-westfälische CDU-Fraktionsvorsitzende Gregor Golland möchte Clan-Kriminellen die Sozialhilfe streichen und Statussymbole abnehmen, etwa „Luxuskarren oder dicke Uhren“. Smarte Idee, denn wenn sich meine Nichten und Neffen unanständig verhalten, nehme ich ihnen auch immer die Spielsachen weg.
Es ist immer sehr unangenehm, wenn in Castrop-Rauxel etwas Erwähnenswertes passiert, weil ich nicht weiß, wie man das schreibt. Mein Gefühl sagt „Kastro Prauxl“, aber Gefühle sind keine Fakten. Außer natürlich, man hat als Mann das Gefühl, eine Frau zu sein oder umgekehrt. Jedenfalls stritten sich in der besagten Stadt zwei Kids, es kam zu Handgreiflichkeiten und ehe man sich versah, gingen die Familien der Kinder mit Dachlatten, Knüppeln, Messern und Macheten aufeinander los. Es war ein Großaufgebot der Polizei nötig, um die Kampfhandlungen zu beenden.
Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass es sich um verfeindete Großfamilien handelt, die aus dem arabischen Raum stammen. Es kann kein Zufall sein, dass die Medienberichterstattung immer nur Clans aus diesem speziellen geografischen Bereich in den Fokus rückt. Da steckt System dahinter. Möchte man etwa eine ganz bestimmte Bevölkerungsgruppe stigmatisieren? Warum liest man so wenig über all die Norweger, Franzosen oder Belgier, die Deutschlands Straßen in Konfliktzonen verwandeln? Die rechte Propagandamaschine leistet ganze Arbeit!
Auf unsere Grünen ist Verlass
Wenigstens gehen die Grünen gegen diese rechtspopulistische Täuschung vor. Sie forderten kürzlich im NRW-Landtag, solche Massenschlägereien nicht mehr im Lagebild des Landeskriminalamtes zu Clan-Delikten zu erfassen. Julia Höller, innenpolitische Sprecherin der NRW-Grünen, wünscht sich eine neue, faire Definition von Clan-Kriminalität, die nicht stigmatisiert. Wie wäre es mit „Clash of Clans“? So heißt auch ein überaus beliebtes Handy-Spiel, das Millionen auf der ganzen Welt begeistert. Natürlich wäre es am besten, gar nicht mehr über kriminelle Clans zu sprechen und einfach wegzusehen. Wo kein Kläger, da kein Richter!
Wer auch nur einen Funken gesunden Menschenverstand hat oder vielleicht selbst in einem der sozialen Brennpunkte dieses Landes aufgewachsen ist, kann über die Forderung der Grünen nur lachen. Wir haben es bei solchen Großfamilien mit extrem konservativen Strukturen zu tun, in denen primär das Recht des Stärkeren zählt. Ihre Mitglieder lösen Konflikte durch Gebrüll und Gewalt – seit vielen Generationen. Und diese Konflikte entladen sich immer häufiger auf unseren Straßen, weil die deutsche Justiz seit Jahrzehnten versäumt, Stärke zu demonstrieren.
In Berlin ist nicht nur jeder fünfte Tatverdächtige ein Clan-Mitglied, sondern es müssen auch Ermittler und Richter unter Polizeischutz gestellt werden, weil der Respekt vor dem Rechtsstaat fehlt. Deshalb erklärte Berlins regierender Bürgermeister, Kai Wegner, die Bekämpfung der Clan-Kriminalität als eine der Schwerpunktaufgaben seines Senats. Der Bild am Sonntag erklärte er: „Ein Clan-Mitglied, das sich vor Gericht abfeiern lassen kann – das darf es in Berlin nicht mehr geben. Die Remmos und andere kriminelle Clans müssen Respekt vor dem Rechtsstaat haben.“
Die Ohnmacht der Justiz
Wegner scheint zu übersehen, dass die Maßnahmen in NRW nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Damit wären wir wieder beim eingangs erwähnten CDU-Mann Gregor Golland, der Clan-Kriminellen ihre Spielsachen wegnehmen möchte. Er fordert also, eine wirksame Strategie aus der Kindererziehung auf gewalttätige Kriminelle anzuwenden. „Wir müssen ihnen die Statussymbole wegnehmen. Die Protzkarren, die dicken Uhren, mit denen sie Show machen. Sie haben selber noch nie gearbeitet, aber fahren mit 150.000 Euro teuren Autos herum. Das missfällt der Bevölkerung völlig zu Recht. Wir müssen ihnen die Sozialhilfe streichen, wir müssen ihnen diese Autos wegnehmen, die Luxusartikel wegnehmen und wir müssen an ihr Geld ran. Das tut richtig weh“, äußerte er gegenüber dem WDR.
Wenn mein kleiner Neffe nicht spuren möchte, drohe ich damit, seine LEGO-Sammlung in den Schrank zu sperren und den Schlüssel in die Toilette zu werfen. Dieselbe Taktik könnte tatsächlich bei der Bekämpfung des organisierten Verbrechens helfen, denn viele Clan-Mitglieder verhalten sich wie ungezogene Kinder. Nur wie gedenkt Herr Golland seine Idee in die Tat umzusetzen? Eventuell wäre es einfacher, die kriminellen Clans mit Luxusuhren, Edelkarossen und Geld zu überschütten, damit sie es nicht mehr nötig haben, das Gesetz zu brechen.
Vielleicht benötigen wir ja neben der Legislative, Exekutive und Judikative einen vierten Bereich der Staatsgewalt: die Effektive.
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